26.06.2006

Zunehmende Bildungsarmut gefährdet Deutschlands Zukunft Bildung als Humankapital

Die deutsche Wirtschaft hat von der Politik größere Anstrengungen bei der Bildung verlangt. Fast ein Viertel aller Schüler eines Jahrgangs verfüge nicht über die notwendigen Qualifikationen, um erfolgreich eine Berufsausbildung zu absolvieren, warnt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Die deutsche Wirtschaft hat von der Politik größere Anstrengungen bei der Bildung verlangt. Fast ein Viertel aller Schüler eines Jahrgangs verfüge nicht über die notwendigen Qualifikationen, um erfolgreich eine Berufsausbildung zu absolvieren, warnt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die Bundesländer sollen nach der Föderalismusreform die Bildung zum «Thema Nummer 1» machen und in Schulen und Hochschulen investieren.Deutschland kann sich Bildungsarmut nicht leistenIn Köln verlassen jedes Jahr zwischen acht und neun Prozent aller Schüler die allgemeinbildende Schule ohne Abschluss. An den Berufsschulen haben 2004 sogar rund 23 Prozent keinen Abschluss geschafft, so die Studie. Vor zehn Jahren sind es noch 16,5 Prozent gewesen. Im selben Zeitraum ist auch die Anzahl der Schüler, die sich auf Grund fehlender Abschlüsse oder Kompetenzen in berufsvorbereitenden Maßnahmen befinden, sehr stark angestiegen. Deutschland drohe seine Zukunft zu verspielen, so das Fazit.Bundesweit geltende Bildungsstandards in Kindergärten Als Weg zu mehr «Startchancengerechtigkeit» schlagen die Verfasser des Gutachtens unter anderem vor, bundesweit geltende Bildungsstandards in den Kindergärten einzuführen und die Erzieher besser auszubilden. Notwendig sei auch der Ausbau von Halbtags- zu Ganztagsschulen. Schulpsychologen sollten das Lehrpersonal ergänzen.An den Schulen müsse die «Förderkultur» verbessert werden. Zudem könne eine leistungsorientierte Entlohnung der Lehrer diese motivieren, sich noch stärker als bisher um jeden Schüler zu kümmern.Dr. Günther Lambertz, Bildungsexperte des DIHK, zu den Vorschlägen der Wirtschaft: