22.06.2006

Genueser Erzbischof Kardinal Tarcisio Bertone wird neuer Kardinalstaatssekretär Stabwechsel im Vatikan

Die Kurienreform unter Papst Benedikt schreitet voran. Das Kirchenoberhaupt hat heute den Genueser Erzbischof Kardinal Tarcisio Bertone zum Kardinalstaatssekretär ernannt. Gleichzeitig nahm der Papst den Rücktritt des bisherigen Amtsinhabers Angelo Sodano (78) an. Stichtag der Amtsübergabe ist der 15.

Die Kurienreform unter Papst Benedikt schreitet voran. Das Kirchenoberhaupt hat heute den Genueser Erzbischof Kardinal Tarcisio Bertone zum Kardinalstaatssekretär ernannt. Gleichzeitig nahm der Papst den Rücktritt des bisherigen Amtsinhabers Angelo Sodano (78) an. Stichtag der Amtsübergabe ist der 15. September 2006. Am selben Tag wird eine weitere Ablöse erfolgen: Der bisherige „Außenminister" des Heiligen Stuhles, Erzbischof Giovanni Lajolo, übernimmt dann die Agenden des vatikanischen Governatorates als dessen Präsident. Papst Benedikt nahm heute den Rücktritt des bisherigen Governatorats-Chefs Kardinal Edmund Casimir Szoka (78) an. Der Kardinalstaatssekretär ist das wichtigste Amt des Heiligen Stuhles nach dem des Papstes. Kardinal Bertone, ein Salesianer Don Boscos, war von 1995 bis 2002 Sekretär der vatikanischen Glaubenskongregation und damit der engste Mitarbeiter Kardinal Joseph Ratzingers, des damaligen Präfekten des Dikasteriums. Der Norditaliener, der am 2. Dezember 1934 in Romano Canavese geboren wurde, gilt als kompromissloser Verfechter des Lebensschutzes sowie als geschickter Diplomat. Für den Vatikan bereitete er etwa die Rückkehr des abtrünnigen Bischofs Emmanuel Milingo nach Rom vor. Im Auftrag Papst Johannes Paul II. kümmerte er sich um die Veröffentlichung des dritten Geheimnisses von Fatima.Erzbischof Giovanni Lajolo war bis zu seiner Berufung in den Vatikan ins Amt des "Außenministers" päpstlicher Nuntius in Deutschland.Der bisherige Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano hat seinem designierten Nachfolger gratuliert. In einer Erklärung drückt Sodano dem Papst seine Dankbarkeit aus. Benedikt habe das gleiche Vertrauen in ihn gesetzt, das ihm schon der verstorbene Johannes Paul II. bezeigt hatte, so Kardinal Sodano. Er erinnert daran, dass er vor etwa 15 Jahren in das Amt des Kardinalsstaatssekretärs berufen worden sei. "Brüderliche Glückwünsche" richtet er an Kardinal Bertone, den er schätze und mit dem er befreundet sei. Den Medien verspricht Kardinal Sodano, der auch Dekan des Kardinalskollegiums ist, dass er im Herbst zu Interviews zur Verfügung stehe. Dabei wolle er betonen, dass das Staatssekretariat in all diesen Jahren als "Team" vertrauensvoll zusammengearbeitet habe - "mit großer Dienstbereitschaft".Pater Eberhard von Gemmingen, Leiter der deutschsprachigen Abteilung von Radio Vatikan stellt den neuen Staatssekretär vor: