25.05.2006

Ministerin Schavan zum Katholikentagsmotto - Vortrag hier nachhören! "Bildung ist Schlüssel für soziale Gerechtigkeit"

Für Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) ist Bildung der Schlüssel für soziale Gerechtigkeit im 21. Jahrhundert. Eine Gesellschaft, die nicht für Chancengleichheit in der Bildung sorge, werde über kurz oder lang kapitulieren, warnte sie am Donnerstag auf dem 96. Deutschen Katholikentag in Saarbrücken.

Für Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) ist Bildung der Schlüssel für soziale Gerechtigkeit im 21. Jahrhundert. Eine Gesellschaft, die nicht für Chancengleichheit in der Bildung sorge, werde über kurz oder lang kapitulieren, warnte sie am Donnerstag auf dem 96. Deutschen Katholikentag in Saarbrücken. Schavan unterstrich zugleich, dass gute Erziehung und Bildung bedeute, Talente zu fördern und Kindern und Jugendlichen das Gefühl zu geben, gebraucht zu werden. Die Ministerin erklärte in ihrem Vortrag zum Leitthema des Katholikentags „Gerechtigkeit vor Gottes Angesicht", dass die Verteilungsgerechtigkeit an ihr Ende gekommen sei. Der Staat verlange immer höhere Abgaben, garantiere aber immer weniger Leistungen. Sie forderte mehr Eigenverantwortung der Bürger. Wo der Staat alles regle, entstehe ein „Klima andauernder Bevormundung", das nur vermeintliche Sicherheit schaffe, warnte die Ministerin und Theologin. Solidarität, Interesse am Nächsten, Mitfühlen und individuelle Verantwortung könnten nicht verordnet werden; sie seien durch staatliches Handeln nicht zu ersetzen, unterstrich die CDU-Politikerin und ehemalige Vize-Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). An die Stelle der Verteilungsgerechtigkeit müssen nach Ansicht der Ministerin andere Formen von Gerechtigkeit treten. Eine Politik, die die Generationengerechtigkeit vernachlässige, sei „Politik von gestern". Notwendig sei außerdem eine größere Beteiligungsgerechtigkeit, die allen Menschen die Chance gebe, die Gesellschaft mitzugestalten. Gerade Christen sollten sich in die Politik einmischen und sich engagieren, forderte Schavan. Außerdem habe Gerechtigkeit immer eine weltweite Dimension.