15.11.2005

Nachrichtenarchiv 16.11.2005 00:00 Ströbele fordert langfristig Abzug deutscher Soldaten aus Afghanistan

„Wir müssen die Konsequenzen ziehen und eine Strategie des Ausstiegs in Afghanistan entwickeln und dann auch umsetzen“, forderte Hans-Christian Ströbele im domradio-Interview nach den Anschlägen auf deutsche Soldaten in Afghanistan am Montag. Der ursprüngliche UN-Auftrag in Afghanistan habe vorgesehen, die Beteiligten an den Anschlägen am 11. September 2001 zur Verantwortung zu ziehen. „Das kann nicht heißen, dass man über Jahre hinweg gegen ein Land oder Teile eines Landes Krieg führt. Dafür fehlt die völkerrechtliche Legitimation“, so der stellvertretende Fraktionschef der Grünen im Bundestag. Der Anschlag hätte in „schrecklicher Weise daran erinnert, dass dort Krieg stattfindet, bei dem auch viele Menschen umkommen. So lange keine deutschen Soldaten betroffen sind, kommt das in der deutschen Bevölkerung nicht an“, so Ströbele weiter. „Meine Forderung ist nicht, heute oder morgen die deutschen Soldaten abzuziehen, sondern sich eine Strategie zu überlegen, die einen Abzug möglichst rasch möglich macht.“ Es könne nicht sein, so der Grünen-Politiker, dass Afghanistan ein Protektorat der Nato bleibe, während sich dort die Sicherheitslage nicht verbessere. Ströbele hatte im Bundestag im September gegen die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan gestimmt.