31.07.2005

Nachrichtenarchiv 01.08.2005 00:00 Sudan – Krise durch Tod von John Garang?

John Garang war lange Jahre Chef der Rebellengruppe SPLA, die im überwiegend christlichen Süden des Landes gegen die muslimische Regierung in Khartum kämpfte. Nach 21 Jahren Bürgerkrieg wurde im vergangenen Januar ein Friedensabkommen unterzeichnet. Erst vor drei Wochen, am 9.

John Garang war lange Jahre Chef der Rebellengruppe SPLA, die im überwiegend christlichen Süden des Landes gegen die muslimische Regierung in Khartum kämpfte. Nach 21 Jahren Bürgerkrieg wurde im vergangenen Januar ein Friedensabkommen unterzeichnet. Erst vor drei Wochen, am 9. Juli, war John Garang zum Vizepräsidenten des Sudan vereidigt worden, weiterhin war er Präsident des weitgehend unabhängigen Südens. Der Vizepräsident galt als Stütze für Präsident Omar el Baschir und dessen Bemühungen um Stabilität im Lande. Der Tod des ehemaligen Rebellen könnte einen herben Rückschlag für den Friedensprozess im Sudan bedeuten. In der Hauptstadt Katun ist es zu Unruhen gekommen. Die Menschen sind verzweifelt und unsicher, wie es jetzt weitergeht. Sie können nicht glauben, dass Garang bei einem Unfall ums Leben kam und nicht Opfer eines Anschlags wurde.Der Hubschrauber mit John Garang und 13 weiteren Menschen an Bord war am Samstagabend nach einem Unwetter verschwunden. Der ugandische Präsident Yoweri Museveni bestätigte den Absturz in einem abgelegenen Gebiet. Garang hatte sich zu einem privaten Besuch in Uganda aufgehalten. Ein Interview mit Marina Peter, Sudanexpertin bei Sudan Focal Point, einem Internationalen Netzwerk unter dem Dach des Weltkirchenrats.