31.12.2003

120.000 Gäste aus aller Welt starten den Weltjugendtag Tage der Begegnung

Bonn (KNA) Rund 120.000 Jugendliche aus 160 Ländern sind am Donnerstag zum Auftakt des Weltjugendtages (WJT) nach Deutschland gekommen. Sie nehmen an den "Tagen der Begegnung" in 26 katholischen Diözesen der Bundesrepublik teil, ehe sie dann ab Montag zu den zentralen Veranstaltungen nach Köln reisen. Nach Ostdeutschland kamen nach Angaben der zuständigen Bistümer 8.300 ausländische Gäste, nach Bayern mehr als 21.000 und nach Nordrhein-Westfalen mehr als 25.000.

Wie die Organisatoren mitteilten, handelt es sich um die höchste Teilnehmerzahl ausländischer Gäste, die es je aus diesem Anlass gab. Zum Weltjugendtag in Köln haben sich knapp 400.000 Teilnehmer angemeldet, zur Abschlussmesse mit Papst Benedikt XVI.
werden am Sonntag (21. August) auf dem Marienfeld bei Frechen rund 800.000 Menschen erwartet.

Tag des sozialen Engagements am Freitag

Bis zum Montag sollen die ausländischen Gäste Gelegenheit erhalten, Kirche, Glauben sowie Land und Leute in Deutschland kennen zu lernen. Auf dem von den einzelnen Diözesen und Gemeinden organisierten Programm stehen Ausflüge, Gespräche, Gottesdienste, internationale Feste und soziale Projekte. Viele Pfarreien, Verbände und Diözesen frischen ihre langjährigen Partnerschaften zu ausländischen Freunden auf. International gestalten sich die Tage der Begegnung besonders auch in den deutschen Grenzregionen: So stellen die Nachbardiözesen des Bistums Aachen - Roermond in den Niederlanden und Lüttich in Belgien - ebenfalls Quartiere zur Verfügung.

Zentraler Veranstaltungsteil ist am Freitag in allen 26 Bistümern ein Tag des sozialen Engagements. In schätzungsweise 4.300 Sozialprojekten wollen die Weltjugendtagsteilnehmer mehr als eine Million Stunden ehrenamtlicher Arbeit leisten und beispielsweise jüdische Friedhöfe und Kinderspielplätze renovieren und Projekte mit Altenheimbewohnern oder behinderten Kindern durchführen. Die Deutsche Bischofskonferenz betonte dazu am Donnerstag, die Aktion sei einzigartig und habe es in dieser Dimension zuvor in Deutschland noch nicht gegeben.

In Köln wurde am Donnerstag das größte Papstmosaik der Welt enthüllt. Rund 100.000 Menschen aus 175 Ländern hatten zuvor Fotos von sich eingesandt, die vor dem Kölner Dom zu einem 10 mal
12 Meter großen Bild des verstorbenen Papstes Johannes Paul II.
zusammengesetzt wurden. Neben diesem Bild hängt ein genau so großes Poster von Papst Benedikt XVI.

Bundespräsident zieht nach Bonn

Das Bundespräsidialamt kündigte am Donnerstag in Berlin an, Bundespräsident Horst Köhler werde für den Weltjugendtag von der Spree an den Rhein ziehen. Das Staatsoberhaupt werde sich während der gesamten Dauer des WJT vom 16. bis 21. August an seinem Bonner Amtssitz, der Villa Hammerschmidt, aufhalten. Damit unterstreiche er "die Bedeutung des Ereignisses für Deutschland".
Köhler suche dabei besonders die Begegnung mit jungen Menschen aus aller Welt.

Bereits beim Eröffnungsgottesdienst im Kölner Stadion will der Bundespräsident die Gäste aus aller Welt mit einem Grußwort in Deutschland willkommen heißen, erläuterte seine Pressestelle. Von zentraler Bedeutung seien für ihn zudem die Begegnungen mit Papst Benedikt XVI. Für Freitag, den 19. August, steht ein Vier-Augen-Gespräch mit dem Kirchenoberhaupt an. Außerdem will der Bundespräsident in der Villa Hammerschmidt mit Bischöfen aus Lateinamerika, Asien und Afrika zu drei vertraulichen Gesprächen über die Lage in den jeweiligen Kontinenten zusammenkommen. Zu einer Reihe von Terminen wird Köhler von seiner Frau Eva Luise begleitet.

500.000 Telefonkarten mit Papstbild

Die Deutsche Telekom kündigte am Donnerstag in Bonn an, ab Montag seien 500.000 Telefonkarten mit dem Bild von Papst Benedikt XVI.
im Handel erhältlich. Während auf der Vorderseite ein Bild des deutschen Papstes zu sehen ist, trägt die Rückseite einen Textauszug aus dessen erster Botschaft an die Christen der Welt.
Gekauft werden kann die Karte im Wert von zehn Euro ab Montag in allen T-Punkten sowie Postfilialen.