16.12.2003

Nachrichtenarchiv 16.12.2003 15:49 Mieth gegen Todesstrafe für Saddam Hussein

Köln (KNA) Der katholische Moraltheologe Dietmar Mieth hat sich deutlich gegen die Todesstrafe für den irakischen Ex-Diktator Saddam Hussein ausgesprochen. Sie sei ethisch nicht zu vertreten, sagte er am Dienstag dem "domradio" in Köln. "Unsere Normen dürfen nicht durch den Extremfall Hussein verändert werden", erklärte Mieth. Es gebe kein christliches und kein vernünftiges Argument dafür, den Tyrannen zum Tode zu verurteilen. Durch seine Hinrichtung würden keine Untaten mehr verhindert. Er müsse nun durch einen Prozess demontiert werden, der die Verbrechen des Diktators offen lege.Auch UNO-Generalsekretär Kofi Annan hatte sich nach Saddams Festnahme gegen die Verhängung der Todesstrafe ausgesprochen. Er forderte ein offenes und faires Verfahren gegen den Ex-Diktator. Mieht führte aus, "mit dem Tod eines Mörders hat man noch nie die Menschen gebessert." Auch wenn die Gefühle der Opfer im Irak, die Rache und Vergeltung forderten, verständlich seien, dürften diese Emotionen nicht zum Maßstab genommen werden.Hinweis: Das Interview ist im Internet unter www.domradio.de zu hören.