11.06.2003

Nachrichtenarchiv 11.06.2003 14:34 Jüsten: Entwurf für Präambel zur EU-Verfassung ist enttäuschend

Köln (KNA) Der neue Entwurf für eine Präambel zur EU-Verfassung ist nach Einschätzung der katholischen Kirche enttäuschend. Der nun vorgelegte Entwurf sei zwar besser als der vorhergehende, jedoch fehle ein Gottesbezug oder eine Erwähnung des christlichen Erbes, kritisierte der Leiter des Katholischen Büros in Berlin, Prälat Karl Jüsten, am Mittwoch im Kölner domradio. Das Christentum sei prägend für die EU, und diese Wurzeln sollten auch genannt werden.Jüsten fügte aber hinzu, auch wenn die Präambel ohne Gottesbezug am 20. Juni beim EU-Gipfeltreffen verabschiedet werden sollte, sei es dennoch keine Niederlage für das Christentum in Europa. Schließlich seien christliche Grundlagen in der Präambel indirekt enthalten, auch wenn sie keine ausdrücklich Erwähnung fänden. Jüsten sagte weiter, die katholische Kirche wünsche sich von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), dass er sich für die Aufnahme eines Gottesbezuges in die Präambel der EU-Verfassung einsetze.