10.08.2002

Nachrichtenarchiv 10.08.2002 15:47 Von führenden Kardinälen empfohlen

Das Kölner „Domradio" informiert über die Formel 1 und das TagesevangeliumKöln. Dagmar Peters blickt kurz auf den Kölner Dom, dann zieht sie den Regler am Mischpult hoch. Der Jingle „Von führenden Kardinälen empfohlen" tönt aus den Lautsprechern, dann geht die Moderatorin auf Sendung.Das Domradio, das erste katholische Bisr tumsradio in Deutschland, hegt gegenüber dem weltbekannten Kölner Wahrzeichen. Für Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen ein sinnbildlicher Standort: „ So wie die Kathedrale mitten im Kölner Trubel steht, so steht unser Programm mitten im Leben."Dieses Motto wurde bereits bei der Einweihung des Senders durch den Kölner Kardinal Joachim Meisner deutlich. Wegen der empfindlichen Technik war Meisner gebeten worden, auf Weihwasser zu verzichten. Der Kardinal weihte den Sender daraufhin so stark mit Weihrauch, dass die Feuermelder Alarm schlugen. Prompt rückte die Feuerwehr aus, wurde aber wieder gestoppt.Trotz der Nähe zur Kirche verstehen der Chefredakteur und das knappe Dutzend seiner Mitarbeiter ihr Radio nicht als Hofberichterstatter des Kardinals. Auch wenn der Sender komplett vom Bildungswerk des Erzbistums Köln finanziert wird und daher ohne Werbung läuft. Erwin Müller-Ruckwitt vom Kölner Generalvikariat: „ Erstmalig in der Geschichte der Bundesrepublik sendet ein Bistum die frohe Botschaft im eigenen Radio, um so engagiert christliche Werte wie Nächstenliebe, Toleranz und Solidarität in die Gesellschaft einzubringen."„In den täglichen Magazinsendungen wird lebensnah über Politik, Kultur und Gesellschaft informiert. Dabei haben wir einen kirchlich-religiösen Schwerpunkt", sagt Brüggenjürgen. „Wir berichten von dem Startplatz Michael Schumachers bei der Formel 1, über das TV-Duell zwischen Schröder und Stoiber bis zur Katastrophenhilfe der Caritas in Afghanistan."Wenn in anderen Sendern zur vollen Stunde Nachrichten gelesen werden, überrascht das Domradio den Hörer mit „dem Wort", einem kurzen Uterarischen oder biblischen Text. In den Nachrichten wird Wert auf Neuigkeiten von sozialen und karitativen Initiativen gelegt.Auch musikalisch hat das Domradio eigene Vorstellungen von einem kirchhchen Sender: Wer Orgelmusik erwartet.'wird enttäuscht. Mit seiner soften, populären Rock-und Popmusik kommt der Sender recht locker daher. Dennoch kommen auch hier religiöse Inhalte vor. „Als chrisüicher Sender beginnen wir unseren Tag mit dem traditio-nelleri Morgenlob und beenden ihn mit dem Abendgebet. Außerdem heferri wir jeden Tag eine aktuelle Auslegung des Tagesevangeliums. "Nach zwei Sendejahren zieht Brüggenjürgen eine positive Bilanz. „Selbst die anfänglichen Skeptiker bescheinigen uns mittlerweile, dass wir ein professionelles Radio auf die Beine gestellt haben." Jetzt gelte es, bessere Frequenzen zu bekommen. Bislang ist das Programm von Essen bis Bonn und von Neuss bis Wuppertal nur ins NRW-Kabel eingespeist. .                 Melanie Wielens (dpa)