17.01.2002

Nachrichtenarchiv 17.01.2002 13:45 Domradio übertrug Glescher Gottesdienst live Eine Messe ohne Räusperer

Bergheim-Glesch. "Ich stehe hier vor dem Altar auf einer ganz normalen Haushaltsleiter." Sieht eigentlich jeder, dennoch beschreibt Pfarrer Willi Hoffsümmer jede einzelne Aktion genau. Der Grund ist ganz einfach: Der Gottesdienst aus der Glescher Pfarrkirche wurde am Sonntag im Domradio, dem Sender des Erzbistums Köln, übertragen."Zweimal im Monat übertragen wir Messen aus der Region, an den anderen Wochenenden werden Gottesdienste aus dem Dom gesendet", sagt Domradio-Redakteur Patrick Oetterer. Mit den Technikern Hardy Lorscheidt und Florian Bechte war er für die Übertragung aus Bergheim zuständig.Vor Sendebeginn war es mucksmäuschenstillSechs Mikrofone mehr als sonst waren in der Pfarrkirche aufgestellt. "Wir brauchen je eine halbe Stunde für den Auf- und Abbau. Eine Minute vor der Messe gehen wir auf Sendung, die live über ISDN übertragen wird", erklärt Lorscheidt.Wegen der Übertragung im Domradio findet der Glescher Gottesdienst eine halbe Stunde früher als üblich statt. Vor dem Gottesdienst probt Hoffsümmer mit seinen Gemeindemitgliedem zwei Kanons und bittet dieKirchenbesucher: "Vielleicht können Sie den einen oder anderen Huster unterdrücken, damit wir den Hörern nicht als hüstelende Gemeinde in Erinnerung bleiben."Eine Minute vor Sendebeginn ist es dann mucksmäuschenstill in der Glescher Kirche. Oetterer gibt das Handzeichen, das Orgelspiel beginnt. Wenige Sekunden später ziehen Pfarrer Hoffsümmer, Diakon Barthel Held und die Messdiener in die Kirche ein. Die Übertragung hat begonnen und nimmt einen nach Ansicht von Oetterer erfreulichen Verlauf."Das war ein sehr schöner Gottesdienst", sagte der Domradio-Redakteur nach der Messe. "Sowohl inhaltlich als auch formal kam er gut rüber." Drei Wochen vor der Messe hatte er Kontakt mit die Pfarrei aufgenommen und inhaltliche Apsekte abgeklärt.Wieviele Menschen die Gottesdienst-Übertragung imDomradio gehört haben, weiß Oetterer nicht. "Da haben wir keine Schätzungen und keine messbaren Anhaltspunkte. Das einzige, was wir wissen, ist, dass wir bei den Hörern im Internet wachsende Zahlen haben."Für Pfarrer Hoffsümmer war die Vorbereitung der "Radiomesse" leichter als die für die "Fernsehmessen", die ebenfalls schon aus Bergheim übertragen wurden. "Als unser Gottesdienst im Fernsehen übertragen wurde, musste ich genau nach 45 Minuten fertig sein. Im Radio habe ich mehr Spielraum, da kann die Messe auch ein paar Minuten länger dauern", sagte der Pfarrer.Während er bei den Übertragungen im Femsehen gleich drei Stoppuhren im Auge behielt, schaute er diesmal lediglich dreimal auf seine Armbanduhr. Auch die Proben für die Messe im Radio waren längst nicht so aufwendig wie die für das Fernsehen."Es gibt ein paar Punkte, auf die man achten muss. So dürfen keine akkustischen Löcher entstehen. Lektorin und Diakon müssen sich früher als üblich bereithalten. Und man muss eben jeden seiner Schritte für die Zuhörer am Radio erklären", sagt der Pfarrer.Messdiener waren "besonders nervös"So beschrieb er in seiner Predigt, wie er den Ab- und Aufstieg im Leben Jesu symbolisch anhand der Haushaltsleiter darstellte oder dass im Gottesdienst die Sternsinger ausgesendet wurden."Ich habe nicht gemerkt, dass das Radio aus der Kirche übertragen hat", meinte Messdienerin Sarah Dux nach dem Gottesdienst. Sie sei daher auch nicht sonderlich nervös gewesen."Besonders nervös", war dagegen Sandra Marx, die verschiedene Texte während der Messe las. "Aber die Nervosität hat sich dann schnell gelegt. Man versucht jedoch, weniger zu räuspern als sonst", sagte sie.