11.07.2001

„domradio" darf live Gottesdienst senden Abschied von Hannelore Kohl in den Medien

Im engsten Familienkreis wird Hannelore Kohl heute beigesetzt. Journalisten sind rund um den Speyerer Dom vom Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl nicht erwünscht. Eine Ausnahme machte sein Büro gestern für das Kölner „domradio", das den Gottesdienst live überträgt.Die Fernsehsender haben unterschiedlich auf diese Bitte reagiert. ARD und RTL werden heute in Sondersendungen über die Trauerfeierlichkeiten für Hannelore Kohl berichten. Wie die ARD-Programmdirektion in München mitteilte, wird im Anschluss an die „Tagesschau" um 20.15 Uhr eine vom Südwestrundfunk (SWR) verantwortete 15-minütige Sendung mit, dem Titel „Abschied von Hannelore Kohl" ausgestrahlt. RTL hat für 18 Uhr die halbstündige Sondersendung „Abschied von Hannelore Kohl" angekündigt. Frauke Ludowig und Peter Kloeppel werden nach Angaben eines RTL-Sprechers die Sendung moderieren.Bei der Trauerfeier im Speyerer Dom sind Bild- und Tonaufnahmen untersagt. Der Nachrichtensender n-tv will nach Angaben einer Sprecherin dennoch aktuell von der Trauerfeier berichten. Zwar müssten sich Journalisten fernhalten, aber „wir wollen wenigstens zeigen, wer kommt", sagte sie.Das ZDF wird nach den Worten eines Sprechers auf eine Sondersendung verzichten und im Rahmen der aktuellen Berichterstattung auf Trauerfeier und Beisetzung eingehen. Man habe bereits am Tag des Todes in einer Spezial-Sendung über Hannelore Kohl berichtet. Ebenfalls auf die aktuelle Berichterstattung unter anderem in ihren Boulevard-Magazinen wollen sich die Privatsender SAT.l und Pro7 beschränken.Phoenix wird um 9.15 Uhr ein von Barbara Friedrichs geführtes Gespräch mit Hannelore Kohl wiederholen, das am frühen Abend (18 Uhr) nochmals gezeigt wird. Zusätzlich ins Programm genommen hat der Ereignis- und Dokumentationskanal von ARD/ ZDF einen 45-minütigen Schwerpunkt unter dem Titel „Kein Platz für den Tod?", in dem sich Martin Schulze mit Experten über den Umgang mit dem Sterben unterhält.Im Kölner domradio wird der Trauergottesdienst ab 14 Uhr live übertragen. „Uns geht es darum, den Hörern die Teilnahme am Gottesdienst zu ermöglichen", bestätigte domradio-Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen gestern. „Wir wollen kein mediales Schlachtfeld eröffnen." Wegen des erwarteten Besucherandrangs in Speyer wird das Requiem aber über Lautsprecher auf den Domplatz und im domradio übertragen.In einem Schreiben an das Büro Kohl in Berlin habe der Sender darum gebeten, die Trauerfeier übertragen zu dürfen, sagte Brüggenjürgen. „Am Mittag kam die Zusage. Wir werden mit einem Ü-Wagen dort sein." Für die Übertragung werde ein Signal aus der Sakristei des Doms zur Verfügung gestellt, denn zusätzliche Mikrophone sind nicht erlaubt. Fotografen und Kamerateams seien im Dom weiterhin nicht zugelassen. Das domradio Köln ist im Kabelnetz des Erzbistums Köln und europaweit über Satellit zu empfangen. Weitere Informationen zu Frequenzen gibt es im Internet unter: www.domradio.de