07.06.2001

Nachrichtenarchiv 07.06.2001 16:15 Draht nach oben

Der liebe Gott hört alles. Was er sicherlich besonders gern hört, ist das „domradio". Seit einem Jahr sendet der Sender des Erzbistums Köln die frohe Botschaft und vieles andere mehr.Bereits 1998, zur 750-Jahr-Feier des Kölner Doms, gab es für rund zwei Wochen ein Radio-Projekt. Aufgrund der dabei gemachten guten Erfahrungen wurde die Idee eines kirchlichen Radiosenders mit 24-Stunden-Vollprogramm weiterverfolgt. Am Pfingstsonntag des vergangenen Jahres (11. Juni) war es dann soweit: pünktlich um acht Uhr startete der Sendebetrieb. Im Schatten der Kölner DomtürmeMit moderner Technik sendet das radio" Köln.   Foto: Hoensbroechbefinden sich die Räumlichkeiten des jungen Radios mit dem guten Draht nach oben. Getragen wird die Einrichtung vom Bildungswerk der Erzdiözese Köln. Für Ingo Brüggenjürgen, den Chefredakteur, geht es darum, „über Menschen und Themen zu belichten, die Kirche und Gesellschaft bewegen". In diesem Zusammenhang ergänzt Erwin Müller-Ruckwitt, der als Hauptabteiiungsleiter Bildung und Medien im Generalvikariat so etwas wie der Programmdirektor ist: „Radio ist ein attraktives, modernes Medium, dessen Möglichkeiten wir für die Verkündigung einsetzen sollen."Ein Verkündigungsender im engen Sinne will das „domradio" nicht sein. „Journalistisches Vollprogramm mit christlicher Schwerpunktsetzung", bringt Brüggenjürgen die Ansprüche auf eine prägnante Formel. Müller-Ruckwitt ergänzt: „Wir sind auch nach einem Jahr noch in der Experimentierphase, weil wir sowohl inhaltlich als auch technisch noch am Profil arbeiten."Im Vollprogramm - ohne Werbung - geht es nicht nur um religiöse Basisfragen und Wertorientierung. Denn neben seelsorgerischen und liturgischen Beiträgen gibt es Dokumentationen und Mitschnitte von Veranstaltungen und Vorträgen, Musikwunsch- und Mitmachsendungen sowie Gäste und Gruppen im Studio. Kölns Generalvikar Dr. Norbert Feldhoff etwa hat schon einige Male seine Lieblingsplatten aufgelegt, die Mundartgruppe Black Fööss war auch schon live im „domradio" zu hören.Aktuelle Themen werden differenziert dargestellt, etwa die Diskussion um die Präimplantationstechnik oder die kirchliche Haltung zu illegalen Ausländern. Es werden Kindersendungen angeboten, aber auch die kirchlichen Weltnachrichten sowie das. Tagesmagazin von Radio Vatikan.„Der Mensch mit seinen Wünschen und Geschichten steht im Mittelpunkt des Programms", so „domradio"-Mitarbeiterin Gertrud Bliersbach. Konkret heißt das: es ist viel Zeit für den Austausch mit den Hörern da, ohne sie dabei vereinnahmen zu wollen oder „mit Weihwasser zu kochen". Zielgruppe sind natürlich praktizierende Christen, aber „vor allem auch jene Menschen, die der Kirche distanziert gegenüberstehen oder a-religiös sind", betont Brüggenjürgen. Umrahmt werden die Beiträge, die auch die vielfältige Bandbreite kirchlichen Handelns darstellen wollen, von zeitgemäßer ruhiger Pop- und Rockmusik. Hinzukommen auch- kölsche Tön sowie geistliche und klassische Musik.Seit Sendebeginn verfolgen andere Diözesen aufmerksam die Entwicklung in Köln. Das Bistum Trier etwa hat großes Interesse. „Wir werden sehr stark im außer- und innerkirchlichen Bereich beobachtet", weiß Müller-Ruckwitt und fügt hinzu: „Es gibt Überlegungen in anderen Bistümern, das Programm des ,domradios' zu übernehmen und mit einem eigenen Fenster zu ergänzen." Denn wenn in Köln der Draht nach oben glimmt, können auch andernorts ähnliche Projekte entstehen.(Informationen zum Programm und zu den Kabelfrequenzen sind unter der Telefonnummer 02 21/25 88 60 zu bekommen.)