09.06.2000

Nachrichtenarchiv 09.06.2000 11:19 domradio in Köln geht auf Sendung

Mit drei Schlägen der kleinen Frühmesse-Glocke des Kölner Doms und dem elektronisch bearbeiteten „Liebster Jesus wir sind hier" des Barockkomponisten Johann Rudolf Ahle präsentiert sich das Jingle des neuen Dom Radios Köln. Das geht plangemäß am Pfingssonntag um 8.00 Uhr auf Sendung, über die Kabel im Bereich des Erzbistums Köln sowie über zwei Satellitenfrequenzen (vgl. zuletzt FK 19-20/00). Das Schema des 24-Stunden-Programms wurde am 7. Juni im Dom-Forum vorgestellt. Das Soft-AC-Musikformat des Senders füllt und umgibt einen werktags aus insgesamt fünf Wortleisten bestehenden Tagesablauf, wovon drei („Der Morgen", „Der Mittag", „Der Tag") gemischte Informationsleisten sind, eine Talk- und Service-Leiste vormittags zwischen 10.00 und 12.00 Uhr sowie eine Musik- und Wortleiste abends von 20.00 bis 22.00 Uhr unterstreichen den Anspruch des Senders, vorwiegend Einschaltprogramm zu sein. Man glaube die Meinungsbildung nicht mehr allein dem freien Spiel der Kräfte überlassen zu sollen, sondern den kirchlichen Standpunkt zu Gehör zu bringen, sagte der Leiter der Lizenzinhaberin, der Hauptabteilung Bildung und Medien des Erzbistums, Erwin Müller-Ruckwitt. Den religiösen Charakter des Radios unterstreichen morgens um 6.00 Uhr eine „Laudes"-Morgenliturgie-Sendung, abends um 22.00 Uhr eine „Komplet", das Abendgebet, am Sonntagvormittag eine Sendung mit vorwiegend kirchlichen Themen sowie ein Gottesdienst (siehe Programmschema).Für synergiestiftende Kooperationen, etwa mit anderen Bistümern, ist man in Köln offen, die Satellitenlizenz gilt bundesweit, und man will sich um terrestrische Frequenzen bemühen, auch im digitalen Bereich. Die potenzielle Hörerschaft bei ausschließlicher Verbreitung über Kabel und Satellit wird als derzeit nicht groß eingeschätzt. Etwa fünf Prozent der an Kabel angeschlossenen Haushalte (etwa 2,5 Mio Haushalte im Bereich der Erzdiözese Köln) nutzen auch den via Kabel empfangbaren Hörfunk, und dort tummeln sich dann um die 60 Radiosender. So wird das Domradio vorwiegend als Einschaltradio gehört, man strebt größere Bekanntheit über die kirchlichen Substrukturen an, und man verwies bei der Vorstellung des Radios auf den Experimentalcharakter des Unternehmens, mochte keine Prognosen über dessen Entwicklung geben (Lizenzdauer zehn Jahre). Ein Antrag auf UKW-Frequenzen ist in Rheinland-Pfalz eingereicht, einen entsprechenden Antrag gab es auch in Nordrhein-Westfalen. Dort wäre auch theoretisch Mittelwelle möglich gewesen, man sah aber, abgesehen vom schon abgeschlossenen Verfahren, aus finanziellen Gründen (MW-Verbreitung ist extrem teuer) davon ab.Finanziert wird das mit jährlich 3 Mio DM vergleichsweise preiswerte Radio aus dem Etat der Hauptabteilung Bildung und Medien des Erzbistums Köln. Dort hat man sich mit der Reform der staatlichen Bezuschussung der Erwachsenbildung aus Einzelprojekten zurückgezogen und verwendet frei gewordene Mittel für das Domradio. Demnächst wird das Domradio auch über Internet zu hören sein: www.domradio.de. Programmverantwortlicher für das Domradio ist Joachim Zöller, der Leiter der Abteilung Medien im Erzbistum Köln, Chefredakteur ist Ingo Brüggenjürgen, der die diözesane Radiowerkstatt leitet und auch das zweiwöchige Ereignisradio zum Domjubiläum vor zweiJahren gestaltete (vgl. FK 34/98).   9.6.00/FK