06.10.2019 - 10:00

Kapitelsamt im Kölner Dom Siebenundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

DOMRADIO. DE übertrug am siebenundzwanzigsten Sonntag im Jahreskreis das Kapitelsamt aus dem Kölner Dom mit Domkapitular Günter Assenmacher. Es sang der Kölner Domchor unter der Leitung von Eberhard Metternich.

"Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Knechte; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan." (Lk 17,10)

Auslegung zum Sonntagsevangelium (Lk 17,5-10) von Alois Stöger

Die pharisäischen Schriftgelehrten denken das Verhältnis von Gott und Mensch als Vertragsverhältnis: Ich gebe, dass du gibst, Leistung gegen Leistung. Wenn das Gesetz erfüllt ist, wenn geleistet ist, was Gott aufgetragen hat, dann schuldet er Lohn. Das Gleichnis Jesu verwirft solches Denken. Gott schuldet nichts, nicht einmal Dank. Der Mensch ist nur „simpler Knecht“. Bei Lukas spricht das Gleichnis die Apostel an. Sie haben alles verlassen und sind Jesus nachgefolgt (5,11), haben seine radikalen Forderungen erfüllt. Dürfen sie auf ihre Leistung pochen? An Gott Ansprüche stellen? Nach Matthäus richtet Petrus an Jesus die Frage: „Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt; was wird also unser sein?“ (Mt 19,27) Er erwartet sich Lohn. Dieses Lohndenken wird durch das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Mt 20,1–16) aufgehoben. Der Lohn Gottes entspricht nicht der Leistung des Menschen. Was wir Lohn nennen, ist Geschenk der göttlichen Güte. Lukas schließt seine Komposition über die radikalen Forderungen Jesu mit dem Gleichnis vom armseligen Knecht. Die Apostel, die alles verlassen haben, können nur sagen: Nur was wir zu tun schuldig waren, haben wir getan. Sie sind Knechte Gottes, der seine Herrschaft aufrichtet, sein Erbarmen verkündigend erweist, seine Herrlichkeit durch sie sichtbar macht. In diesem Dienst sind sie immer nur simple Knechte, die nur tun, was sie schuldig sind. Paulus schreibt: „Wenn ich die Frohbotschaft verkünde, gereicht es mir nicht zum Ruhm; denn als Pflicht obliegt es mir; weh mir, wenn ich nicht die Frohbotschaft verkünde“ (1 Kor 9,16). Wer als Christ „alles“ getan zu haben meint, hat nicht das Recht, Forderungen an Gott zu stellen. Die Haltung, die Jesus zeichnet, erhält den Frieden in der Gemeinde – trotz aller Unterschiede der Persönlichkeiten (Röm 15,1–2).

Aus: Magnificat. Das Stundenbuch. Oktober 2019

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Lukasevangelium
16.10.2019 - 07:50
Evangelium

Lk 11,42-46

Aus dem Lukasevangelium