Internationaler Soldatengottesdienst
Internationaler Soldatengottesdienst

11.01.2018 - 09:00

Pontifikalamt im Kölner Dom Internationaler Soldatengottesdienst

Beim Internationalen Soldatengottesdienst zum Weltfriedenstag hat der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki im Kölner Dom dazu aufgerufen, in der Hilfe für Flüchtlinge nicht nachzulassen. An dem Gottesdienst nahmen rund 1.200 Soldaten teil.

"Die Flucht treten auf unserer Erde in diesen Tagen so viele Millionen Menschen an wie seit dem Grauen und der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs nicht mehr", sagte Kardinal Woelki in seiner Predigt im Kölner Dom. Viele Menschen hierzulande wollten davon aber nichts mehr hören und ihre "Ruhe haben", weil sie meinten, es sei "genug jetzt mit dem Helfen" und dem "naiven Gutmenschentum", kritisierte der Erzbischof.

Doch seien laut Schätzungen des UN-Flüchtlingshilfswerks derzeit mehr als 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht, etwa vor den Folgen des Klimawandels. Vermutlich sei dies "nur die Spitze eines Eisberges", so der Erzbischof vor rund 1.200 Soldaten. "Dass sich unter den Geflohenen immer auch das eine oder andere schwarze Schaf versteckt, das Böses im Schilde führt", sei "eine menschheitsgeschichtliche Realität", die aber nicht instrumentalisiert werden dürfe gegen die Hilfe für Notleidende. Auch dürfe die Not der Geflüchteten nicht gegen die Not bedürftiger Menschen hierzulande ausgespielt werden.

Woelki rief dazu auf, dem Beispiel der Heiligen Drei Könige zu folgen, die für den neugeborenen Heiland zu "Fluchthelfern" und damit zu Lebensrettern geworden seien. Kein Mensch, der Verfolgung, Terror und Gewalt ausgesetzt ist, dürfe vergessen werden - gleich von wem die Bedrohung ausgehe, "seien es IS-Kämpfer, gewaltbereite und verirrte Einzelkämpfer, menschenverachtende Hooligans oder perverse Biedermänner".

In dem Soldatengottesdienst spielte das Musikkorps der Bundeswehr, gesanglich unterstützt vom Projektchor Wahn.

Die Gemeinschaft Katholischer Soldaten und das Apostolat Militaire International haben im Jahre 1975 in Rom anlässlich einer Soldatenwallfahrt während des Heiligen Jahres beschlossen, zu Anfang jeden Jahres Veranstaltungen zum Weltfriedenstag unter dem jeweils vom Heiligen Vater gewählten Motto durchzuführen.

Den Internationalen Soldatengottesdienst in Köln gibt es seit 1977. Dieser erste Soldatengottesdienst in Köln feierte der damalige Kardinal Höffner mit ca. 1.100 Soldaten aller im Bistum Köln stationierten Nationen in der Apostelkirche zu Köln. Da die Apostelkirche nicht groß genug war, fand der nächste Soldatengottesdienst 1978 im Hohen Dom zu Köln statt. Es feierten zeitweise bis zu 3.000 Soldaten mit dem Erzbischof von Köln diesen Internationalen Soldatengottesdienst. Am 22.01.2015 feierte der damals neue Erzbischof von Köln, Rainer Maria Kardinal Woelki, zum ersten Mal den Gottesdienst mit den Soldatinnen und Soldaten.

Circa 1.200 Soldaten aus den Seelsorgebezirken Aachen, Nörvenich, Köln, Bonn, Wahn, Siegburg, Düsseldorf und Brunssum (NL) nehmen an dieser Eucharistiefeier teil sowie Soldaten ausländischer Streitkräfte und Beamte der Bundespolizei. Auch der Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker aus dem Verteidigungsministerium, ist unter den Teilnehmern. Im Anschluss sind Abordnungen der Soldaten zur Begegnung mit dem Bischof ins Maternushaus eingeladen. Hier gibt es Gelegenheit zum Gedankenaustausch zwischen politischer, militärischer und kirchlicher Führung.

Das Katholische Militärdekanat Köln veranstaltet diesen Soldatengottesdienst. Es umfasst flächenmäßig die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland und ist eingeteilt in 18 Seelsorgebezirke, die jeweils mit einem Militärpfarrer bzw. Pastoralreferenten besetzt sind.

(DR, KNA)

Nachrichten

Aktuelle Nachrichten aus Kirche und Welt – von der domradio.de-Redaktion für Sie ausgewählt und aufbereitet.

Nachrichten abonnieren

Nachrichten-Ticker auf Ihrer Website

Erweitern Sie das Informationsangebot Ihrer Seite und binden Sie unseren Nachrichten-Ticker auf Ihre Website ein – einfach und kostenlos.

Mehr Informationen

Programmtipp

Lukasevangelium
19.10.2018 - 07:50
Evangelium

Lk 12,1–7

Aus dem Lukasevangelium