Gottesmutter Maria
Gottesmutter Maria

01.01.2018 - 10:00

Hl. Messe im Kölner Dom - Hochfest der Gottesmutter Maria Glaube in der Krise?

Am 1. Januar begeht die Kirche auch das Hochfest der Gottesmutter Maria. Im Kölner Dom betonte Domkapitular Markus Hofmann, warum Maria ein beispielloses Vorbild im Glauben sei und was ihren Glauben ausmache.

Der erste Tag eines neuen Jahres sei ein ganz besonderer Tag. In allen Kulturen werde er festlich begangen, begann Domkapitular Markus Hofmann am Montag seine Neujahrspredigt im Kölner Dom.

"Denn das was in der Heiligen Nacht vor gut 2.000 Jahre in Bethlehem geschehen ist - die Geburt des göttlichen Kindes, ist so gewaltig, so absolut staunenswert und großartig, dass wir dieses Festgeheminis gar nicht nur an einem einzigen Tag ausschöpfen und ausfeiern können." Der Glaube sei also die erste und grundlegende Reaktion auf dieses "gewaltige Festgeheimnis", so Hofmann. Was aber bedeutet es, an Weihnachten zu glauben?

Die Mutter Gottes als Vorbild im Glauben

"Das zeigt uns niemand besser, als der Mensch, der diesem Geheimnis am nächsten gewesen ist: Die Jungfrau und Gottesmutter Maria." Am 1. Januar begeht die Kirche auch das Hochfest der Gottesmutter Maria.

"Maria hat so tief geglaubt, wie kein anderer Mensch je", so Hofmann. Der Glaube der Gottesmutter sei durch fünf Kennzeichen geprägt, die jeder durchlebe, der wirklich glaube.

Erstens: Krise heißt Entscheidung

"Zunächst ist Maria in eine Krise geführt worden." Denn die Botschaft des Engels in Nazareth verwirrte die junge Frau zunächst und veränderte ihre Pläne grundlegend: Sie sollte ohne das Zutun eines Mannes ein Kind empfangen. Dafür hätte sie wegen Untreue angeklagt und gesteinigt werden können. Es folgen die Reise als Hochschwangere nach Bethlehem, die Entbindung in einem Stall, die Flucht nach Ägypten und zuletzt der Tod ihres Sohnes, bei dem sie anwesend war.

"Immer wieder wurde Maria in eine Krise geführt", betonte Hofmann und übersetzte: "Krise bedeutet 'Entscheidung'". Für Maria sei es immer wieder die Entscheidung gewesen, ob sie auf Gott vertraue und weiter an ihn glaube - oder nicht.

Zweitens: Der Glaube muss reifen

Durch die Entscheidung für den Glauben sei ein zweites geschehen: "Ihr Glaube ist gewachsen."

Denn Marias Glaube war nicht statisch und eingefroren groß, sondern unterlag einer ständigen Veränderung und Vergrößerung. "Auch unser Glaube soll wachsen und reifer werden", mahnte Hofmann.

Drittens: Glauben heißt Fragen stellen

Dafür sei es drittens nötig, aus dem Glauben heraus Fragen zu stellen. Auch hier diene Maria als Vorbild: "Maria hat ihren Verstand eingesetzt und den Erzengel gefragt, wie es denn sein könne, dass sie als Jungfrau Mutter werden könne."

Auch über die Worte ihres Sohnes, Jahre später, habe sie intensiv nachgedacht. Nichts anderes gelte für die Gläubigen heute. "Genau das machen wir, wenn wir den Rosenkranz beten", fand der Domkapitular. "Wir fragen uns dann, wie Maria: Was bedeutet das? Und was bedeutet dieses oder jenes Ereignis für mich? Was will Gott mir damit sagen?"

"Wir können, dürfen und sollen ihm Fragen stellen", ermunterte Hofmann die Gläubigen und achte Mut: Gott werde antworten; vielleicht nicht immer so, wie man es erwarte, "aber so, wie wir es benötigen." Sogar das Schwiegen Gottes könne eine Antwort sein - wenn es dazu führe, dass "wir unsere Fragen an ihn neu bedenken". 

Viertens: Ein fragender Glaube belebt

Viertens zeige Maria, dass ein nachdenklicher und fragender Glaube belebe und in Bewegung setzte: Wie sie damals nach der Begegnung mit dem Engel zu ihrer Cousine Elisabeth aufgebrochen war, so wolle sie „auch uns noch heute zum Glauben bewegen“, merkte Hofmann an und verwies auf die Marienerscheinungen in Lourdes und Fatima.

Fünftens: Erschütterung üben

Die Erschütterung und das Erstaunen Mariens seien die fünfte Komponente des Glaubens Mariens. "Sie erschrak über die Anrede des Engels", sagte Hofmann.

"Auch jeder von uns hat Grund dazu", merkte er an: "Warum habe gerade ich das Geschenk des Lebens empfangen? Warum darf ich dieses neue Jahr beginnen, während andere Menschen, die vielleicht deutlich jünger waren als ich, im vergangenen Jahr gestorben sind?"

DOMRADIO.DE übertrug am 1. Januar, dem Hochfest der Gottesmutter Maria, die Hl. Messe aus dem Kölner Dom mit Domkapitular Markus Hofmann. Als Kantor sang Fabian Böde. An der Orgel: Stefan Klösges

(DR)

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