Viri probati

 (DR)

Das lateinische «viri probati» (Einzahl: «vir probatus») bedeutet wörtlich «bewährte Männer». In der Diskussion um die Voraussetzungen für das Priesteramt in der römisch-katholischen Kirche steht dieser Ausdruck für die Überlegung, bewährte verheiratete Männer zur Weihe zuzulassen. Gegenwärtig gibt es diese Möglichkeit nicht. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) wurde sie bei verschiedenen Synoden erörtert.

So erklärte die Gemeinsame Synode der westdeutschen Bistümer in Würzburg (1971-1975), «dass pastorale Notsituationen die Weihe von in Ehe und Beruf bewährten Männern erfordern können». Eine solche Notsituation ist aus Sicht der Kirche, wenn die regelmäßige Feier der Eucharistie als Mitte des Gemeindelebens nicht mehr gewährleistet ist.

Während in katholischen Ostkirchen das Priesteramt grundsätzlich auch Verheirateten offen steht, gibt es in der römisch-katholischen Kirche Priester mit Gattin nur in Ausnahmefällen - etwa, wenn ein Geistlicher einer anderen Konfession zum Katholizismus übertritt. Dem Papst steht es frei, das kirchenrechtliche Weihehindernis der Ehe aufzuheben.

Bereits jetzt können "bewährte Männer" mit Familie nach einer berufsbegleitenden Ausbildung die Weihe zum Diakon empfangen und Aufgaben in Seelsorge, Gottesdienst und Sakramentenspendung übernehmen. Was jedoch eine Öffnung des Priesteramtes angeht, hält der Vatikan an einem ablehnenden Votum der Römischen Bischofssynode von 1971 fest. Hintergrund sind Befürchtungen, mit der Zulassung von "viri probati" könne das Leitbild des zölibatären Priesters aufweichen. (KNA)