Sklaverei

 (DR)

Bis ins Altertum reicht die Praxis der Sklaverei zurück. Selbst berühmte griechische Philosophen sahen in dem Handel mit Menschen nichts Verwerfliches. Bei den Römern durfte der Sklavenhalter über Leben und Tod des erworbenen Menschen entscheiden. 1444 wurden in Lagos erstmals Schwarze öffentlich zum Verkauf angeboten. Portugal etablierte 1482 einen Umschlagplatz für Sklaven an der Goldküste, dem heutigen Ghana. 1510 trafen die ersten Schwarzen in den spanischen Kolonien von Südamerika ein. Acht Jahre später legte das erste Sklavenschiff in Nordamerika an.

Während die damals unabhängige Republik Vermont im Nordosten Amerikas bereits 1777 gegen den Besitz von Menschen aus Afrika vorging, ließen sich andere Staaten weit mehr Zeit. Kuba hob den Handel erst 1886 offiziell auf, Brasilien zwei Jahre später. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen verabschiedete die "Universal Declaration of Human Right" 1948 als eine der ersten Amtshandlungen. Darin steht schwarz auf weiß: "Kein Mensch darf als Sklave oder Leibeigener gehalten werden; Sklaverei und der Sklavenhandel sind in jedweder Form verboten".

Moderne Formen der Sklaverei wie Kinderarbeit ohne Lohn, Schuldknechtschaft und Sexhandel mit Frauen sind zwar 1956 per Konvention unter Strafe gestellt worden, florierten aber nichtsdestotrotz in weiten Teilen der Welt. Die Betroffenen, Kinder und Jugendliche, Frauen und Schuldner, sind dem Willen ihres "Besitzers" unterworfen, wie einst die Schwarzen auf den Zuckerrohrplantagen in der Karibik und den Baumwollfeldern im Mississippidelta, prangert die Vereinten Nationen an.

(dpa)