Immaterielles Kulturerbe der Unesco

 (DR)

Weltweit fördert die Weltkulturorganisation Unesco seit 2003 den Erhalt von Alltagskulturen und -traditionen. Die dazu formulierte "Konvention zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes" haben 180 Staaten unterzeichnet, 2013 auch Deutschland. Die Liste des Immateriellen Kulturerbes ist unabhängig von der Weltkulturerbeliste mit schützenswerten Natur- und Kulturstätten. Bei der virtuellen Jahrestagung des Zwischenstaatlichen Ausschusses (https://ich.unesco.org/en/15com)(14. bis 19. Dezember) erfolgen neue Aufnahmen zu den bisher 549 Formen des Immateriellen Kulturerbes auf der Repräsentativen Unesco-Liste.

Das Verfahren für die Aufnahme ist mehrstufig: Zunächst muss es eine Tradition in das von den einzelnen Staaten geführte, nationale Verzeichnis schaffen. In Deutschland beginnt dieses Verfahren mit der Nominierung auf der Ebene eines Bundeslands. Ein unabhängiges Expertenkomitee empfiehlt dann eine Aufnahme in die bundesweite Liste, die von der Kultusministerkonferenz (KMK) und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) bestätigt sowie anschließend von der Deutschen Unesco-Kommission veröffentlicht wird.

Im nächsten Schritt können Vorschläge für die weltweite Unesco-Liste eingereicht werden. In diesem Jahr hat Deutschland gemeinsam mit Frankreich, Norwegen, Österreich und der Schweiz das Bauhüttenwesen als sogenanntes gutes Praxisbeispiel vorgeschlagen. Über diese Anträge entscheidet die Unesco bei der jährlichen Tagung des "Zwischenstaatlichen Ausschusses für die Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes".

Formen und Träger des Immateriellen Kulturerbes stehen beispielhaft für Kreativität, Innovationsgeist und Wissen der Gesellschaft. Ziel der Liste ist es demnach, gelebte Traditionen zu erhalten und weiterzuentwickeln. Die deutsche Liste verzeichnet aktuell 95 Kulturformen sowie 11 "Gute Praxisbeispiele zur Erhaltung von Immateriellem Kulturerbe". (KNA / 13.12.2020)