Die Jesiden

Baba Sheikh, geistliches Oberhaupt der religiösen Gemeinschaft der Jesiden, bei einem Treffen mit Papst Franziskus am 8. Januar 2015 im Vatikan. / © Osservatore Romano/Romano Siciliani (KNA)
Baba Sheikh, geistliches Oberhaupt der religiösen Gemeinschaft der Jesiden, bei einem Treffen mit Papst Franziskus am 8. Januar 2015 im Vatikan. / © Osservatore Romano/Romano Siciliani ( KNA )

Die Jesiden sind Teil der kurdischen Volksgruppe. Weltweit zählen Schätzungen zufolge etwa 800.000 Menschen zum jesidischen Glauben. Etwa 550.000 leben im Nordirak als Hauptsiedlungsgebiet, wo sich auch das religiöse Zentrum Lalish in der Nähe der Millionenstadt Mossul befindet. Jesiden gibt es neben dem Irak vor allem in Syrien, der Türkei, im Iran sowie in den ehemaligen Sowjetstaaten Armenien und Georgien sowie in Deutschland.

Die jesidische Religion ist eine monotheistische Religion, deren Wurzeln bis zu 2.000 Jahre vor Christus zurückreichen. In das Jesidentum haben Glaubenselemente, Riten und Gebräuche westiranischer und altmesopotamischer Religionen, des Judentums, Christentums und des Islam Eingang gefunden.

Jeside wird man nur durch Geburt, niemand kann zu dem Glauben übertreten oder bekehrt werden. Die Jesiden bilden eine religiöse Minderheit unter den mehrheitlich muslimischen Kurden. In vielen ihrer Herkunftsländer werden sie nach Angaben von Menschenrechtlern verfolgt und diskriminiert.

In Deutschland leben nach Angaben des Jesidischen Forums rund 80.000 Jesiden, die meisten von ihnen im Raum Oldenburg sowie in Nordrhein-Westfalen.

Die brutale Gewalt der sunnitischen Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gegen Jesiden löste weltweit Entsetzen aus. Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte wirft dem IS Völkermord an den Jesiden vor. Tausende Frauen und Mädchen wurden als Sexsklavinnen verschleppt. Außerhalb des Irak gibt es Jesiden vor allem in Syrien, Armenien, Georgien, der Türkei und im Iran. In Deutschland leben Schätzungen zufolge 50.000 bis 80.000 Jesiden.

Das Jesidentum ist eine monotheistische Religion, deren Wurzeln bis 2.000 Jahre vor Christus zurückreichen. Sie nahm Glaubenselemente, Riten und Gebräuche westiranischer und altmesopotamischer Religionen sowie von Juden, Christen und Muslimen auf. Viele Muslime sehen die Gemeinschaft als Sekte und die Mitglieder als "Teufelsanbeter" an, weil in der jesidischen Religion der "Engel Pfau" (Melek Taus) eine bedeutende Rolle spielt. Er wird im Koran als gefallener Engel bezeichnet. (Quelle: epd, Stand: 25.01.2018)