Deutsche Islamkonferenz (DIK)

Deutsche Islamkonferenz / © Kay Nietfeld (dpa)
Deutsche Islamkonferenz / © Kay Nietfeld ( dpa )

Die Deutsche Islamkonferenz (DIK) ist die zentrale Dialogplattform zwischen Staat und Muslimen in Deutschland. Sie soll die religions- und gesellschaftspolitische Integration der mehr als fünf Millionen Muslime voranbringen. 2006 wurde sie vom damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) ins Leben gerufen.

Am Mittwoch eröffnet Ministerin Nancy Faeser (SPD) die fünfte Phase der DIK. 2018 nannte ihr Vorgänger Horst Seehofer (CSU) als Ziel einen "Islam in, aus und für Deutschland". Anders als früher sollten die Teilnehmer der Gesprächsforen und Workshops von Mal zu Mal wechseln. Feste Mitgliedschaften sollte es nicht mehr geben.

In den vergangenen 16 Jahren hat die DIK wichtige Ergebnisse erzielt. Dazu zählen der Aufbau islamisch-theologischer Seminare an deutschen Universitäten, die Förderung der Imamausbildung und des islamischen Religionsunterrichts als Schulfach. Daneben ging es um praktische Fragen wie ein islamisches Wohlfahrtswesen, Altenpflege und Bestattungen auf deutschen Friedhöfen. In gemeinsamen Erklärungen bekannten sich die DIK-Mitglieder unter anderem zu den Werten des Grundgesetzes und zur Geschlechtergerechtigkeit.

Zur DIK eingeladen sind wieder Vertreter der als konservativ geltenden islamischen Dachverbände wie Ditib und Zentralrat der Muslime in Deutschland wie auch muslimische Einzelpersonen, die oft für einen liberalen Islam stehen. In den früheren DIK-Phasen kam es zu teils heftigen Kontroversen zwischen beiden Seiten. Progressive Muslime warfen dem Staat vor, die Verbände als Gesprächspartner zu hofieren, obwohl sie kein echtes Interesse an der Integration von Muslimen in die westliche Gesellschaft hätten, sondern lediglich die Gleichstellung mit den Kirchen anstrebten.

Andererseits repräsentieren die Verbände den Großteil der Moscheegemeinden in Deutschland. Beim Dialog über religiöse Fragen wie die Ausbildung deutschsprachiger Imame ist der Staat auf sie angewiesen. Ein wichtiges Anliegen ist dabei, den Einfluss aus den islamischen Herkunftsländern, insbesondere der Türkei, auf die Verbände zurückzudrängen. (KNA)