Deutsche Islamkonferenz (DIK)

Symbolbild Islam / © okanozdemir (shutterstock)

Die Deutsche Islamkonferenz (DIK) dient als zentrale Dialogplattform zwischen Staat und Islam in Deutschland. Sie soll die religions- und gesellschaftspolitische Integration der schätzungsweise rund fünf Millionen Muslime voranbringen. 2006 wurde sie vom damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) ins Leben gerufen.

Zu Beginn der vierten DIK-Phase vor einem Jahr formulierte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) als Ziel einen "Islam in, aus und für Deutschland". Anders als früher sollen die Teilnehmer der Gesprächsforen und Workshops von Mal zu Mal wechseln. Feste Mitgliedschaften soll es nicht mehr geben.

Zuvor gehörten zu den Mitgliedern auf staatlicher Seite Vertreter der Bundesministerien, der Fachminister der Länder und der kommunalen Spitzenverbände. Auf muslimischer Seite nahmen seit 2013 Vertreter von zehn muslimischen Dachverbänden teil. Verbandsfreie muslimische Einzelpersonen waren bis 2018 nicht mehr vertreten. Stattdessen wurden Experten und Praktiker zu den konkreten Themen hinzugebeten.

Wegen langjähriger Erfahrung bei den Themen Wohlfahrt und Seelsorge wurden auch Vertreter der beiden großen christlichen Kirchen eingeladen.

In der Arbeitsphase zwischen 2013 und 2017 befasste sich die Konferenz insbesondere mit dem Aufbau von muslimischen Wohlfahrtseinrichtungen, etwa im Bereich Kinder- und Jugendhilfe, sowie muslimischer Seelsorge in öffentlichen Einrichtungen wie Gefängnissen und Bundeswehr. Angesichts der Ankunft von zahlreichen Flüchtlingen thematisierte die DIK auch das Engagement der muslimischen Gemeinden in der Flüchtlingshilfe.

In der Arbeitsphase zwischen 2009 und 2013 hatte sich die Konferenz mit Fragen der Geschlechtergerechtigkeit, der Einführung von islamischem Religionsunterricht und den Lehrangeboten für islamische Theologie an Universitäten befasst. Ein zentrales Ergebnis der ersten Phase bis 2009 war die Einigung auf einen Wertekonsens als Bekenntnis zur deutschen Rechtsordnung und zu den Werten des Grundgesetzes. (kna)