Bündnis gegen islamische Hassprediger in Solingen

Kein Platz für Salafisten an der Wupper

In Solingen haben Kirchen, Moscheegemeinden und gesellschaftliche Gruppen eine gemeinsame Erklärung für Demokratie und Freiheit unterschrieben, um sich von islamistischen Hasspredigern zu distanzieren. Mitinitiatorin Anne Wehkamp im domradio.de-Interview zu den Hintergründen.

 (DR)

Die Stadt Solingen verstehe sich als Integrationsstadt, "die sich durch ein gutes und offenes Miteinander zwischen den Bürgern unterschiedlichster Herkunft und unterschiedlichsten Glaubens auszeichnet", erklärte am Dienstag die Integrationsbeauftragte der Stadt. "Deshalb war uns eine gemeinsame Erklärung sehr wichtig, nachdem wir davon erfahren hatten, dass sich salafistische Tendenzen in unserer Stadt entwickeln und verstärken."



"Niemand, der Hass predigt, kann sich etwa auf die christliche oder die islamische Lehre beziehen", heißt es in dem Papier, das am Wochenende von Oberbürgermeister Norbert Feith (CDU) und rund 50 Gruppen unterzeichnet wurde.



Von muslimischen Gruppen mitgetragen

Wer Gewalt und Hass säe, mache sich strafbar und setze sich der Verfolgung durch Behörden des demokratischen Rechtsstaates aus, betonen die Unterzeichner. Die verschiedenen kulturellen und religiösen Wurzeln bereicherten das städtische Leben. "Unabdingbare Voraussetzungen für dieses gute Miteinander sind Wertschätzung, gegenseitige Achtung, Toleranz und das gemeinsame Bekenntnis zu Demokratie und Freiheit."



Die Erklärung, die von zahlreichen muslimischen Gruppen mitgetragen wird, richtet sich gegen Hassbotschaften einer Hinterhof-Moschee radikaler Salafisten. Die Solinger Milliatu-Ibrahim-Moschee wird von den Sicherheitsbehörden seit einigen Wochen mit erhöhter Aufmerksamkeit beobachtet. Zu dem Islamisten-Zentrum sollen auch zwei Solinger Konvertiten gehören, die vor einer Woche in London zu Haftstrafen verurteilt worden waren, weil auf ihren Laptops Hetzschriften und Terroranleitungen gefunden wurden.