Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Steh auf und geh!

Als Jugendliche im Eichsfeld sind wir immer zu den großen Jugend- und Bistumswallfahrten nach Erfurt gefahren. Die vielen Zehntausend Menschen, die wir da erlebt haben, waren eine wirkliche Hilfe im sonst sozialistischen und antikirchlichen Umfeld und gut gestärkt und ermutigt konnten wir dann wieder weiter unseren Glauben in all den Schwierigkeiten der damaligen Zeit leben.

Dieser Tage habe ich ein Gebet wiedergefunden, das auf dem Erinnerungsbildchen der Wallfahrt von 1975 stand. Damals war der Erzbischof von Krakau, Karol Wojtyła zu Gast. Und kann mich sehr lebhaft an seine Power und Ausstrahlung und an seine, in gutem Deutsch, gehaltene Predigt erinnern. Als er dann 1978 Papst wurde, war das für uns das Gefühl: Ah, den kenne ich doch, der hat mich beeindruckt.

Dieses Gebet war eine starke Ermutigung damals und ist es glaube ich heute auch noch. Es heißt:

Steh auf, der du enttäuscht bist.  Steh auf, der du keine Hoffnung mehr hast. Steh auf, der du an die Eintönigkeit gewöhnt bist und nicht mehr glaubst, dass man Neues schaffen kann. Steh auf, denn Gott ist daran „alle Dinge neu zu schaffen“! Steh auf, der du dich an die Gaben Gottes gewöhnt hast. Steh auf, der du die Fähigkeit zu staunen verlernt hast. Steh auf, der du das Vertrauen verloren hast, Gott „Vater“ zu nennen. Steh auf, und beginne wieder voller Bewunderung für die Güte Gottes zu sein. Steh auf, der du leidest.  Steh auf, dem es dir scheint, dass das Leben dir viel verweigert hat. Steh auf, wenn du dich ausgeschlossen, verlassen, beiseitegeschoben fühlst. Steh auf, denn Christus hat dir seine Liebe gezeigt und hält für dich die Verwirklichung einer unverhofften Möglichkeit bereit. Steh auf! STEH AUF und GEH!

 

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