Papst in Trauer über tote Migranten in Melilla und Texas

"Beten wir gemeinsam"

Papst Franziskus hat seinen Schmerz über die in der spanischen Exklave Melilla sowie im US-Bundesstaat Texas gestorbenen Migranten zum Ausdruck gebracht. Auch die EU-Bischofskommission COMECE zeigte sich von den Vorfällen bestürzt.

Papst Franziskus geht an einem Stock / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Papst Franziskus geht an einem Stock / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )

"Beten wir gemeinsam für unsere Brüder und Schwestern, die auf ein besseres Leben gehofft hatten und dabei umgekommen sind; der Herr öffne unsere Herzen, solche Unglücke dürfen sich nicht wiederholen", schrieb er am Dienstag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

San Antonio: Die Polizei sperrt den Schauplatz ab, an dem ein LKW-Anhänger mit mehreren Leichen entdeckt wurde / © Eric Gay (dpa)
San Antonio: Die Polizei sperrt den Schauplatz ab, an dem ein LKW-Anhänger mit mehreren Leichen entdeckt wurde / © Eric Gay ( dpa )

Am Montag (Ortszeit) wurden in einem Lastwagen in Texas mindestens 46 tote Migranten entdeckt. Offenbar starben sie wegen der großen Hitze in dem Fahrzeug. Unter den Opfern sind zahlreiche Teenager. In Lastwagen werden immer wieder Migranten auf illegalem Weg in die USA geschleust.

COMECE zeigt sich bestürzt

Am Freitag waren an der EU-Außengrenze an der nordafrikanischen Mittelmeerküste nach Medienberichten 37 Menschen ums Leben gekommen, zahlreiche weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Demnach starben sie bei dem Versuch, die meterhohen Grenzzäune zur spanischen Exklave zu überwinden. Menschenrechtsgruppen erhoben schwere Vorwürfe gegen marokkanische Sicherheitskräfte.

Melilla: Migranten kommen auf spanischem Boden an, nachdem sie die Zäune zwischen der spanischen Exklave Melilla und Marokko überquert haben / © Javier Bernardo (dpa)
Melilla: Migranten kommen auf spanischem Boden an, nachdem sie die Zäune zwischen der spanischen Exklave Melilla und Marokko überquert haben / © Javier Bernardo ( dpa )

Auch die EU-Bischofskommission COMECE zeigte sich bestürzt. Die Ereignisse müssten unabhängig untersucht werden, forderte Generalsekretär Manuel Barrios am Montagabend. Er sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus und forderte eine umgehende Identifizierung und Rückgabe der Leichname an die Familien.

EU-Bischofskommission COMECE

Seit dem Brexit leben in der Europäischen Union noch rund 265 Millionen Katholiken. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von knapp 60 Prozent. Die Bischofskonferenzen der verbliebenen 27 Mitgliedstaaten sind vertreten in der EU-Bischofskommission COMECE. Die Abkürzung steht für das lateinische "Commissio Episcopatum Communitatis Europensis".

Eingangsschild am Sitz der COMECE in Brüssel / © Julia Steinbrecht (KNA)
Eingangsschild am Sitz der COMECE in Brüssel / © Julia Steinbrecht ( KNA )
Quelle:
KNA