Karwoche 2021

 (DR)

Die letzte Woche vor Ostern wird auch als Karwoche bezeichnet. Das Wort "Kar" stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet "Trauer", "Klage" oder "Kummer". Die Karwoche beginnt mit dem Palmsonntag: In Erinnerung an den Einzug Jesu in Jerusalem versammeln sich normalerweise die Gläubigen zur Segnung der Palmen - in Deutschland meist Buchsbaumzweige - und ziehen dann in einer Prozession zum Gotteshaus. Dieser Brauch und viele andere müssen in diesem Jahr wegen der Corona-Krise mancherorts entfallen.

Am Gründonnerstag gedenkt die Kirche des letzten Abendmahls, das Jesus mit seinen Jüngern hielt, und damit der Einsetzung der Eucharistie. Zwar will der Volksbrauch, dass an diesem Tag bevorzugt "grüne Speisen" wie Spinat oder Brunnenkresse auf dem Tisch stehen, doch dürfte der Tag seinen Namen nicht der Farbe verdanken, sondern dem althochdeutschen "Grunen" oder "Greinen", das "Weinen" bedeutet.

Karfreitag ist der Gedächtnistag der Kreuzigung Christi. Dieser Tag ist in der katholischen Kirche neben dem Aschermittwoch einer von jährlich zwei strengen Fast- und Abstinenztagen. Am Nachmittag findet normalerweise zur Stunde der Kreuzigung Jesu ein Wortgottesdienst mit Kommunionfeier statt. Im Mittelpunkt steht die Leidensgeschichte Jesu.

Karsamstag ist der Gedächtnistag der Grabesruhe. Es finden ohnehin keine Gottesdienste statt. Auf den Altären stehen weder Kerzen noch Blumen. Die karge Ausgestaltung der Kirchen weist auf Leiden und Tod Jesu hin. Die Zeitspanne zwischen der Messe vom Letzten Abendmahl am Gründonnerstag bis zum Ostersonntag wird in der katholischen Kirche auch als "die drei österlichen Tage" bezeichnet. (KNA)