Bischof Bätzing spricht über Wandel in der Begräbniskultur

Begriffe als Messlatte für Verständnis

Wie man Orte Verstorbener benennt, vermittle viel vom Verständnis des Todes, glaubt Bischof Bätzing. Hinter Begriffen wie Gottesacker, Friedhof oder Bestattungswald stünden Vorstellungen über das, was man mit dem Tod verbinde.

Auf dem Melatenfriedhof gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Grabmotiven zu entdecken.    / © Beatrice Tomasetti (DR)
Auf dem Melatenfriedhof gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Grabmotiven zu entdecken. / © Beatrice Tomasetti ( DR )

Der Limburger Bischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, registriert einen rasanten Wandel in der Begräbniskultur. Bätzing sagte am Mittwoch in seiner Predigt zum Fest Allerseelen im Limburger Dom: "Allein, wie wir die Orte benennen, an denen wir unsere Verstorbenen beisetzen, das vermittelt viel vom Verständnis des Todes an sich." Hinter Begriffen wie Gottesacker, Kirchhof, Friedhof, Ruheforst oder Bestattungswald stünden "je eigene Vorstellungen über das, was wir mit dem Tod verbinden, wie wir über unsere Toten denken, ob wir nach dem Tod etwas erwarten oder nicht".

Viel zurückhaltender als früher bezeugten Friedhöfe noch immer das Besondere des christlichen Glaubens, der angesichts des Todes behaupte: "Da kommt noch was." Der Kultur der Gegenwart würde Wesentliches fehlen, wenn diese Glaubensüberzeugung und Auferstehungshoffnung verstummen würde, sagte Bätzing.

Ein Ort pietätvoller Stille

"Friedhöfe gehören zu unserer Kultur", betonte der Bischof. Ein Friedhof sei ein Ort pietätvoller Stille, an dem man durchatmen, zur Ruhe kommen, entspannen und Gedanken fassen könne. "Dieser Ort am Rande der Stadt bewahrt die Namen und Lebensdaten vieler Menschen, er erzählt in der Unterschiedlichkeit der Grabanlagen und oft eindrucksvollen Grabmäler, wie verschieden Menschen gelebt und gewirkt haben."

 

Quelle:
KNA