Erinnerung an Genozid-Opfer
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Papst mit Patriarch Karekin II.
Papst mit Patriarch Karekin II.

18.03.2016

Papst will im Juni nach Armenien reisen Politisch heikle Mission

Papst Franziskus will offenbar nach Armenien reisen. Der Vatikan prüfe derzeit einen Besuch des Landes für die zweite Junihälfte, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi am Freitag vor Journalisten in Rom.

Termin und Programm stünden jedoch noch nicht fest, erklärte Lombardi. Eine abschließende Ortsbesichtigung des vatikanischen Planungsstabs sei bislang nicht erfolgt. Armenische Medien hatten über einen Besuch des Papstes vom 22. bis 26. Juni berichtet.

Staatspräsident Sersch Sargsjan hatte den Papst nach eigenen Angaben 2014 bei einem Besuch im Vatikan in die Kaukasusrepublik eingeladen. Es wäre der erste Papstbesuch in Armenien seit 2001. Damals bereiste Johannes Paul II. (1978-2005) das Land, aus Anlass der Christianisierung Armeniens vor 1.700 Jahren.

Proteste nach Genozid-Äußerung

Eine Armenien-Reise des Papstes gilt mit Blick auf die Türkei als politisch heikel. Sie wäre zwangsläufig mit einem Gedenken an die Verfolgung der Armenier im Osmanischen Reich vor 100 Jahren verbunden.

Im April 2015 hatte Franziskus wütende Proteste Ankaras hervorgerufen, als er die Verfolgung der Armenier als "ersten Genozid des 20. Jahrhunderts" bezeichnete. Die Türkei protestierte offiziell und bestellte den vatikanischen Botschafter ein. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu warf dem Papst vor, mit seiner Äußerung "Feindschaft und Hass zu schüren".

Vom EU-Parlament bekam der Papst Unterstützung für seine deutlichen Worte. Die Abgeordneten forderten die Türkei im vergangenen Jahr auf, den Völkermord an den Armeniern anzuerkennen.

Die armenisch-apostolische Kirche hatte im Februar mitgeteilt, der Papst werde Armenien wahrscheinlich im September besuchen.

(KNA)

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