Mutter Teresa 1972 in Indien
Mutter Teresa 1972 in Indien

07.03.2016

Papst berät mit Kardinälen über Heiligsprechung Mutter Teresas Planung für die "Mutter der Armen"

Papst Franziskus berät mit den Kardinälen am 15. März abschließend über die Heiligsprechung von Mutter Teresa. Das Kollegium der Papst-Berater kommt an diesem Tag zu einem sogenannten ordentlichen Konsistorium zusammen.

Hierbei bittet Franziskus die Kardinäle um ihre Zustimmung zu der Zeremonie. Diese ist in der Regel nur Formsache. Auf der Tagesordnung stehen auch die Heiligsprechungen von vier weiteren Katholiken; unter ihnen die schwedische Ordensgründerin Maria Elisabeth Hesselblad (1870-1957). Die vormalige Protestantin rettete während des Zweiten Welkriegs Juden.

Weg für Heiligbesprechung bereitet

Die Heiligsprechung der Seligen Mutter Teresa von Kalkutta soll laut italienischen Medienberichten für den 4. September geplant sein. Es ist der Sonntag vor ihrem 19. Todestag am 5. September 1997. Die Zeremonie wäre ein Höhepunkt im Heiligen Jahr, das Papst Franziskus dem Thema Barmherzigkeit gewidmet hat.

Franziskus hatte am 18. Dezember den Weg für die Heiligsprechung der Ordensgründerin bereitet. Vom Vatikan beauftragte medizinische Experten hatten bereits vergangenen September die Heilung eines Brasilianers von einem bösartigen Hirntumor im Jahr 2008 als wissenschaftlich nicht erklärbar beurteilt. Die Theologische Kommission im Vatikan bewertete die Genesung des damals 35-jährigen Mannes als Wunder, das auf Fürsprache von Mutter Teresa gewirkt worden sei. Mitte Dezember 2015 billigten die zuständigen Kardinäle und Bischöfe der Heiligsprechungskongregation die beiden Gutachten.

"Mutter der Armen"

Die Ordensgründerin und Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa von Kalkutta ist als "Mutter der Armen" weltweit bekannt. Als Albanerin mit bürgerlichen Namen Agnes Gonxha Bojaxhiu im heute mazedonischen Skopje geboren, wollte sie schon als Schulmädchen Missionsschwester werden. Mit 18 Jahren trat sie bei den Loreto-Schwestern ein, die sie als Lehrerin nach Kalkutta sandten.

1948 verließ sie diese Gemeinschaft. In einen weißen Sari, die übliche indische Frauentracht, gekleidet, siedelte sie in eines der schlimmsten Elendsviertel von Kalkutta über, um dort das Leben der Armen zu teilen. Schon ein Jahr später konnte Mutter Teresa dort mit einheimischen jungen Frauen, die sich ihr anschlossen, eine Gemeinschaft bilden, die "Missionarinnen der Nächstenliebe". Für ihr Werk, das auf allen Kontinenten Fuß fasste, wurden ihr zahlreiche Ehrungen zuteil, unter anderem die Ehrenstaatsbürgerschaft der USA sowie 1979 der Friedensnobelpreis. Bereits sechs Jahre nach ihrem Tod, am 19. Oktober 2003, sprach Papst Johannes Paul II. sie selig.

(KNA)

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