01.03.2016

Kardinal Pell vertraut auf Unterstützung des Papstes Australische Missbrauchsanhörung

Kardinal George Pell setzt mit Blick auf seine Aussage vor der staatlichen australischen Missbrauchskommission auf das Vertrauen von Papst Franziskus. In der Videoanhörung beschuldigte er seinen früheren Vorgesetzten.

"Ich habe die volle Unterstützung des Papstes", zitierten ihn italienische Medien (Dienstag). Dies habe Pell am Montagabend kurz vor Beginn seiner zweiten Videoaussage vor dem Untersuchungsgremium gesagt. Pell sei auch zu einem Treffen mit Missbrauchsopfern bereit. Mehrere von ihnen sind unter den Zuhörern bei der öffentlichen Befragung Pells in einem römischen Hotel.

Am Montag war Pell, der Präfekt des vatikanischen Wirtschaftssekretariats, zu einem turnusmäßigen Treffen mit Papst Franziskus zusammengekommen. In der Nacht davor hatte die australische Missbrauchskommission die Befragung des Kardinals per Videoschaltung begonnen. Dabei ging es insbesondere um Missbrauchsfälle im australischen Bistum Ballarat, wo Pell als Priester und bischöflicher Vikar für das Schulwesen tätig war.

Missbrauchsopfer werfen Pell vor, sexuelle Übergriffe vertuscht und Täter gedeckt zu haben. Der Kardinal räumte an den ersten zwei Tagen der auf insgesamt drei Tage angelegten Befragungen "enorme Fehler" der Kirche im Umgang mit Missbrauchsfällen ein. Er belastete zudem seinen früheren Vorgesetzten. Der damalige Bischof seines Heimatbistums Ballarat, Ronald Mulkearns (85), habe ihn über die wahren Gründe für die Versetzung eines übergriffigen Priesters getäuscht. Papst Johannes Paul II. hatte 1997 Mulkearns altersbedingten Rücktritt angenommen.

(KNA)

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