Kardinal Woelki im Kosovo
Kardinal Woelki im Kosovo

19.03.2016

Kölner Erzbischof für uneingeschränktes Asylrecht Vorbild: Barmherziger Samariter

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki fordert legale Einwanderungsmöglichkeiten und daneben ein uneingeschränktes Recht auf Asyl. Er nennt ein klares Vorbild: den barmherzigen Samariter.

"Das sind wir unserer Geschichte und einem Europa der Freiheit schuldig", sagte der Kardinal am Samstag in einem Gottesdienst für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer in Köln. Es sei Aufgabe der Kirche, im Namen Jesu Christi ihre Stimme zu erheben und den Schutz des Lebens anzumahnen.

Immer noch würden Menschen "auf dem gnadenlosen Weg irgendwo über den Balkan und durchs Mittelmeer" sterben, sagte Woelki laut Redetext. Solange die Vernichtung von Leben nicht aufhöre, dürfe die Kirche auch nicht aufhören, auf menschenunwürdige Bedingungen zu zeigen und von der Politik Verantwortung zu fordern.

Er rief dazu auf, sich mit «Mut und Zivilcourage» gegen Menschenverachtung zu wenden. Dem Rassismus müsse ebenso Widerstand entgegengesetzt werden wie Sexismus und einer Wirtschaftsordnung, die auf dem Rücken anderer Wohlstand für wenige sichere. Der Kardinal:
"In Gottes Namen und im Namen seines Sohnes, Jesus Christus, gilt es, all denjenigen entgegenzutreten, die das Leben anderer bedrohen."

Laut Woelki wird der Kirche immer wieder vorgeworfen, dass sie zu sehr auf das ungeborene Leben und zu wenig auf Gerechtigkeit achte.
"Und dort, wo sie auf Gerechtigkeit pocht, wird ihr oft vorgeworfen, sie sei zu wenig bei ihrer Sache und der Religiosität und verliere sich im Politischen." Die 2014 im Erzbistum begründete "Aktion Neue Nachbarn" für Flüchtlinge wolle Leben auf sehr vielfältige Weise schützen und ermöglichen.

Keine frommen Worte - Handeln

Als Vorbild für kirchliches Handeln nannte der Kölner Erzbischof die biblische Geschichte vom Barmherzigen Samariter, der einem von Räubern überfallenen Mann das Leben rettet. "Zum Vorbild wird der Mann aus Samaria allein durch sein Handeln - nicht durch fromme Worte", betonte Woelki. Er sprach vor ehrenamtlich Engagierten in der Flüchtlingshilfe, die das Erzbistum im Rahmen der "Aktion Neue Nachbarn" zu einem Geistlichen Tag mit geistlichen Angeboten und Workshops eingeladen hatte.

Die im November 2014 von Woelki ins Leben gerufene "Aktion Neue Nachbarn" unterstützt Initiativen und Hilfsprojekte von Kirchengemeinden für Flüchtlinge mit Geld und Beratung.

(epd)

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