Weihbischof Puff probiert das Bogenschießen aus
Weihbischof Puff probiert das Bogenschießen aus
Dr. Frank Johannes Hensel
Dr. Frank Johannes Hensel

19.03.2016

Geistlicher Tag der Aktion neue Nachbarn "Eine ganz neue Qualität"

Zusammenkommen, Danke sagen: Das waren die Schwerpunkte des Geistlichen Tages der Aktion Neue Nachbarn in Köln. Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe konnten sich austauschen und bekamen Bestätigung - auch von ganz oben.

Sonst helfen Sie in ihrer Freizeit Flüchtlingen beim Deutschlernen oder begleiten sie bei Behördengängen. An diesem Tag ging es aber mal nur um diejenigen, die helfen: "Einfach durch den Schulterschluss mit all den anderen, die an vielen Orten im Erzbistum ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit tätig sind, zu bestärken und zu sagen: Wir schaffen das. Wir bleiben dran, trotz der Dinge, die sich verändern in unserem Umfeld, von neuen, schwierigen Diskussionen, wir machen das weiter. Das ist eine tolle Arbeit!", fasst Organisator Burkhard R. Knipping die Intention des Tages zusammen. Dabei hat die ehrenamtliche Arbeit für ihn nicht nur eine ganz tatkräftige, praktische Funktion - sie ist auch eine ganz persönliche, soziale Stütze: "Wir brauchen Ehrenamtliche, die einfach nur irgendwo sitzen und mit denen man sprechen kann als Flüchtling, als Zugekommener. Wo man sein Herz ausschütten kann und merkt: Ich darf hier sein."

Sich besinnen, auf die eigene Arbeit, auf sich

In verschiedenen Workshops wie Fotografieren oder Bogenschießen konnten die Teilnehmer ihre Arbeit reflektieren und ihren Blick auf den Nächsten erfahren und hinterfragen.

Dabei ist auch der Bistumsleitung der Verdienst der Ehrenamtler bewusst: Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki würdigte die Arbeit in seiner Predigt, Weihbischof Ansgar Puff verglich die Arbeit der Helfer mit großen Vorbildern: "Der heilige Paulus ist für sein Engagement oft verprügelt worden - und der hat dann den schönen Spruch gemacht: Bedrängnis weckt Erfahrung, Erfahrung Geduld und Geduld Hoffnung." In Gesprächen äußerten die Helfer auch ihre Anliegen für die Zukunft, so Puff: "Da war der Wunsch, unsere Aktion Neue Nachbarn stärker mit der Politik zu verzahnen. Die Ehrenamtlichen leiden, wenn sie sehen, dass aus politischen oder strukturellen Gründen Entscheidungen getroffen werden, die den Menschen nicht richtig helfen. Das war spannend zu hören, ich bin sehr beeindruckt von diesem Tag."

Auch aus seiner eigenen Erfahrung in den Gemeinden weiß Puff das Engagement zu schätzen: "Egal, wo ich hinkomme: Fast jede Kirchengemeinde hat ein Vorzeigeprojekt, das ist wirklich erstaunlich! Das ist eine Kreativität, eine Fachlichkeit und ein Engagement, was wirklich für uns auch eine neue Qualität ist. Das ist großartig!"

"Für eine Zivilisation der Nächstenliebe"

Diözesan-Caritasdirektor Frank Johannes Hensel sieht die Flüchtlingshilfe in einem größeren Kontext: "Wir sind Teil eines sehr wachen gesellschaftlichen Ringens und Kämpfens um eine Zivilisation der Nächstenliebe." Dabei sieht er die ehrenamtliche Arbeit im Sinne eines Hineinwirkens in die ganze Gesellschaft: "Wir wollen uns nicht hineinziehen lassen in das Gegeneinander, sondern in ein Miteinander mitnehmen - und das mit so einem klaren Profil, dass viele gerne zu uns kommen, egal welcher Religion oder Kultur sie angehören. Weil sie sich hier willkommen fühlen."

Eine der Aktiven, Dörte Kausmann von "Hallo in Sülz" freut sich vor allem durch die Wertschätzung der Arbeit. Sie hilft in Deutschkursen mit und merkt bei den Flüchtlingen die Freude über das Entgegenkommen, darüber, dass sie endlich einen Platz zum Bleiben gefunden haben: "Die lernen so viel und so schnell, das ist unglaublich. Die sind so dankbar für Hilfe und Unterstützung."

Christoph Paul Hartmann
(dr)

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