10.03.2016

Verpackungsfrei einkaufen Dosen und Gläser statt Plastik

Fastenzeit: es gibt viele Möglichkeiten des Verzichts. Plastik zu fasten ist eine. In Bonn hat das Ehepaar Deinet einen Lebensmittel-Laden gegründet, der weitgehend auf Verpackungen verzichtet.

Eine ganze Wand bestückt mit durchsichtigen Behältern, in denen lose Müsli, Pasta, Trockenfrüchte und Reis liegen.  "Man hält ein Gefäß drunter und betätigt den Hebel und dann rieselt das Produkt in das Gefäß oder in die Tüte", erklärt Gründer Tim Deinet und füllt die Linsen aus einem Spender in ein Metall-Gefäß.

Vor zwei Jahren haben er und seine Frau einen Laden in Bonn gegründet. Die Idee: "Lebensmittel ohne Plastik verkaufen zu können. Wenn man sich in der Welt umschaut, sieht man, dass es geht. Es gibt Systeme dafür. Hier sind jetzt Linsen drin. Diese Systeme waren mal für Süßigkeiten gedacht", erklärt Deinet. Das Prinzip ist simpel. Der Kunde bringt sich eine Dose oder ein Glas mit und kann sich an den Spendern bedienen.

Vom Spender ins eigene Gefäß

Auch Süßigkeiten wie Weingummi können die Kunden mit einer Schippe umfüllen. Wie schwer das eigene Gefäß ist, das ist egal, denn der Kunde wiegt sein mitgebrachtes Gefäß selbst und erstellt einen Bon und die Ladenbesitzer scannen das an der Kasse und subtrahieren das vom Gesamtgewicht.

Kaffee mahlt Tim Deinet den Kunden nach Wunsch und mit passendem Mahl-Grad. Auch Käse wird hier in Papier oder in eine mitgebrachte Dose verpackt. Alles ist von der Lebensmittel-Hygiene-Überwachung zugelassen.

Gut 200 Produkte

Kundin Olga Gilbers kommt mit ihrer Tochter, die ein halbes Jahr alt ist, immer gerne in den Laden. Vor allem Gemüse und Obst für selbst gekochten Baby-Brei kauft sie hier. Sie gebe dann auch gerne etwas mehr für das Essen aus. Gutes Essen für die Kleine sei ihr wichtig. "Ich finde es gut, dass das alles Bio ist", erklärt sie. Ökologischer Anbau, möglichst aus dem Umland, fair produzierte Produkte, frei von Verpackungen - nach diesen Kriterien bestellen die beiden Inhaber ihre gut 200 Produkte - meist im 25 Kilo-Pack oder mehr.

Eine Kundin ist aus Bensberg gekommen. Ulrike Pomplun versucht im Alltag so viel wie möglich auf Plastik zu verzichten. Gerade riecht sie und schaut sie sich die Haar-Seifen an. "Ich habe was entdeckt. Das ist ein Stück Seife, das ist quasi Shampoo als Seifenstück. Ich finde die mit Schaf- oder Ziegenmilch am besten. Es schäumt auch gut", so Pomplun. Sie findet, dass verpackungsfrei einkaufen nicht teurer ist, als bei anderen Produkten derselben Qualität. "Die Haarseifen sie sind einfach viel ergiebiger als die Bio-Shampoos." 

Manche kommen von weiter her

Für die Bensbergerin Ulrike Pomplun ist die Strecke nach Bonn zu dem Laden zu weit. Nur wenn sie bei ihrer Freundin zu Gast ist, macht sie einen kurzen Abstecher bei "freikost deinet". Bei ihr in der Region gibt es so einen Laden nicht. "Es wäre super, wenn es mehr solche Läden gäbe und wenn man nicht so viel Plastik produzieren müsste, aber das Meiste gibt es ja immer nur in Plastik."

Melanie Trimborn
(dr)

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