Woelki beim Neujahrsempfang der CDU in Düsseldorf
Woelki beim Neujahrsempfang der CDU in Düsseldorf
Kardinal Woelki und Armin Laschet
Kardinal Woelki und Armin Laschet

16.01.2016

Woelki warnt vor Schließung deutscher Grenzen Schotten nicht dicht machen

Beim Neujahrsempfang der CDU in NRW sprach der Kölner Erzbischof Woelki in seiner Rede über Flüchtlinge. Jeder Mensch habe eine Würde, so der Kardinal. Jede Frau, jeder Mann, jedes Kind.

Woelki warnte davor, die deutschen Grenzen vor Flüchtlingen zu schließen. Das christliche Abendland werde nicht dadurch gerettet, "dass wir die Schotten dicht machen", sagte Woelki am Samstag als Gastredner auf dem Neujahrempfang der nordrhein-westfälischen CDU. Wem es wirklich um Christentum gehe, der müsse eintreten für "unsere Grundsätze, unsere Werte" und dabei "die Würde jeder Frau, jedes Mannes und jedes Kindes schützen".

Nächstenliebe vs. Gleichgültigkeit

Bei der Zuwanderung handele es sich um eine politische Herausforderung, bei der die Menschenwürde im Mittelpunkt stehe, betonte der Kardinal. Der von Papst Franziskus beklagten "Globalisierung der Gleichgültigkeit", die auch in Deutschland um sich greife, müsse mit christlicher Nächstenliebe begegnet werden. 

Nach 26 Jahren deutscher Einheit habe er heute "stärker denn je" den Eindruck, dass wir neu lernen müssen, Mauern zu überwinden", sagte Woelki vor rund 850 Gästen aus Politik und Gesellschaft. Heute existierten die Mauern nicht mehr zwischen Ost und West sondern zwischen Nord und Süd. Das Mittelmeer sei zum "Burggraben der Festung Europa" und zum "Massengrab" geworden.

Viele Menschen flüchteten aus ihren Heimatländern vor Terror und Gewalt. Diese Zustände würden "zumindest zum Teil" auch durch deutsche Waffenexporte "ermöglicht, verschärft und wohl auch verlängert", sagte Woelki weiter. Dieser Realität müsse sich die Gesellschaft stellen.

Warnung vor Vorverurteilungen

Im Blick auf die gewalttätigen Übergriffe in der Kölner Silvesternacht meinte der Kardinal, diese hätten nicht nur den wehrlosen Frauen, sondern auch einer Stadt gegolten, die als "weltoffen, einladend, herzlich, voller Leben, tolerant und multikulturell" gelte. Es mache ihm große Sorgen, "dass so etwas hier bei uns geschehen konnte und die Würde der Frauen von marodierenden Männerhorden in schändlicher Weise missachtet" worden sei.

Zugleich warnte der Kardinal davor, jetzt in "Vorverurteilungen und Generalisierungen" gegen Flüchtlinge zu verfallen. Manche nutzten das in der Silvesternacht geschehene Leid, "um ihr politisches Süppchen zu kochen". Durch diese ideologische Hetze ließen sich derzeit viele in die Irre führen. Sie fürchteten, dass ihre eigene Not durch die Zuwanderer verschärft werde. Diese "Irrmeinungen" seien mittlerweile "in Gewalt ausgebrochen", sagte der Kardinal.

(KNA)

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