Franziskus mit Bundeskanzlerin Merkel
Franziskus mit Bundeskanzlerin Merkel

10.02.2016

Vatikansprecher dementiert angebliche Papstaussage Kein Gespräch mit verärgerter Merkel

Papst Franziskus hat nach Angaben von Vatikansprecher Federico Lombardi nie vor Gesprächspartnern über ein Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel berichtet.

Der vatikanische Pressesaal bestätigte am Mittwoch entsprechende Aussagen Lombardis, die der italienische Vatikanblog "Il Sismografo" zitierte. Am Montag hatte die italienische Tageszeitung "Corriere della Sera" sich auf nicht näher genannte Gesprächspartner des Papstes berufen, nach denen Franziskus von einem Telefonat mit Merkel berichtet habe.

Papst erwähnte Telefonat nicht

Merkels Regierungssprecher habe zu Recht betont, dass sich die Kanzlerin nicht an einen Anruf beim Papst wenige Stunden nach dessen Rede im Europaparlament in Straßburg erinnere, so Lombardi. "Nach allem, was uns bekannt ist, hat der Papst seinen Gesprächspartnern gegenüber nie ein solches Telefonat erwähnt", zitiert ihn "Il Sismografo". Franziskus habe allerdings über ein herzliches und auch etwas scherzhaftes Gespräch mit der Kanzlerin zum Thema Europa berichtet, als Merkel im Februar 2015 zur Audienz bei ihm war, so Lombardi weiter.

Kritische Aussagen zum Thema Europa

Der "Corriere" hatte berichtet, Merkel habe Franziskus vor einiger Zeit wegen einer kritischen Äußerung zum Thema Europa aufgebracht angerufen. "Sie war ein bisschen verärgert, weil ich Europa mit einer unfruchtbaren Frau verglichen hatte", hätten die Berichterstatter den Papst zitiert. Merkel habe damit auf die Papstrede vor dem EU-Parlament im November 2014 reagiert, hieß es. Auch Regierungssprecher Steffen Seibert hatte dementiert, dass ein solches Telefonat stattgefunden habe.

(KNA)

Papst Franziskus

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