Generalaudienz mit Papst Franziskus und Erzbischof Gänswein (l.)
Generalaudienz mit Papst Franziskus und Erzbischof Gänswein (l.)

10.02.2016

Papst Franziskus mahnt zu globaler Solidarität Barmherzigkeit soll "an die Tasche gehen"

Papst Franziskus hat anlässlich des Heiligen Jahres zu Solidarität weltweit aufgerufen. Wie im biblischen "Jubeljahr" gelte es, eine Welt ohne Armut zu schaffen, sagte er bei seiner Generalaudienz am Aschermittwoch.

Wenn Gläubigen das von ihm ausgerufene "Jahr der Barmherzigkeit" nicht auch "an die Tasche" gehe, sei es kein echtes Heiliges Jahr, betonte Franziskus.

Wucherei sei "schwere Sünde"

Der Papst erinnerte an die Maßgaben des biblischen Jubeljahrs, das unter anderem Schuldenschnitte, die Rückgabe von Grundbesitz und die Entlassung von Leibeigenen vorsah. "Es wäre schön, wenn Freiheit, Land und Geld wieder zu einem Gut für alle und nicht nur für einige werden", sagte Franziskus. Er kritisierte, dass der Großteil des Reichtums weltweit in den Händen sei.

Wucherei nannte Franziskus "eine schwere Sünde, die zu Gott schreit". Sie bringe vielfach Leiden und Angst über Familien und treibe Menschen in den Selbstmord.

Papst ruft zum Gebet für Mexiko-Reise auf

Zudem hat Franziskus alle Gläubigen zum Gebet für seine bevorstehende Mexiko-Reise und den Ökumene-Gipfel in Havanna aufgerufen. "Ich bitte euch, meine Apostolische Reise und die Begegnung mit Patriarch Kyrill auf Kuba mit eurem Gebet zu begleiten", sagte er bei seiner Generalaudienz. Zum Aschermittwoch wünschte er allen "einen guten Beginn der Fastenzeit".

Der Papst startet am Freitag zu einer sechstägigen Pastoralreise nach Mexiko. Auf dem Hinflug legt er für dreieinhalb Stunden einen Zwischenstopp auf Kuba ein, wo er mit dem Moskauer Patriarchen Kyrill I. zusammentrifft. Es ist das erste Treffen eines römischen Papstes mit dem Oberhaupt der russischen Orthodoxie überhaupt.

Treffen mit irakischem Ministerpräsidenten

Nach der Generalaudienz ist Papst Franziskus mit dem irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi zusammengetroffen, wie das vatikanische Presseamt mitteilte. Themen der Unterredung waren demnach die Bedeutung einer bleibenden christlichen Präsenz im Land und der Schutz der Rechte religiöser Minderheiten. Weiter erörterten die beiden die Frage der gesellschaftlichen Aussöhnung sowie die humanitäre Lage. Es war das erste Mal, dass Franziskus den schiitischen Regierungschef empfing.

(KNA)

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