Papst Franziskus
Papst Franziskus

05.01.2016

2016 ist für Franziskus das Heilige Jahr im Mittelpunkt Die Barmherzigkeit im Blick

2016 dürfte Papst Franziskus weniger reisen als üblich, denn im Heiligen Jahr stehen viele Termine im Vatikan im päpstlichen Programm: Nicht nur viele Sonderaudienzen, sondern auch die Veröffentlichung des Abschlussdokuments zur Familiensynode.

In seinem vierten Amtsjahr könnte Papst Franziskus 2016 nach Deutschland reisen, er könnte wiederverheirateten Geschiedenen den Kommunionempfang ermöglichen und er könnte erstmals eine Frau an die Spitze einer vatikanischen Behörde berufen. Bislang sind das allerdings nur Spekulationen. Sicher ist nur, dass Franziskus nach Mexiko reist, wohl in der ersten Jahreshälfte sein verbindliches Abschlussdokument zur Bischofssynode über Ehe und Familie veröffentlicht und eine neue zentrale vatikanische Behörde für die Belange von Familien und Laien einrichtet.

Erster Höhepunkt dürfte im Februar die Mexiko-Reise werden. Über weitere Reisen des Papstes in den nächsten zwölf Monaten ist derzeit noch nichts bekannt. Rätselraten herrscht über einen möglichen Deutschlandbesuch von Franziskus im Jahr 2016. Das Kirchenoberhaupt selbst befeuerte die Spekulationen darüber, als Franziskus im Juli den Eindruck erweckte, dass sich die Überlegungen bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befänden.

Damals gab es Pläne für eine Reise nach Leipzig und Danzig zum Gedenken an die friedliche Wende in Osteuropa. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich stellte Anfang November nach einer Privataudienz bei Franziskus einen Besuch des Papstes für 2016 in Aussicht. Zuletzt sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, er wisse nicht, ob der Papst 2016 nach Deutschland komme.

Heiligsprechung von Mutter Teresa ein Höhepunkt

Gewiss ist hingegen, dass Franziskus auch in seinem vierten Amtsjahr keinen Heimatboden unter den Füßen haben wird: Der zunächst für dieses Jahr vorgesehene Besuch in Argentinien wurde ins Jahr 2017 verschoben. Allzu viel vereisen dürfte der Papst wegen des Heiligen Jahrs ohnehin nicht. Innerhalb Italiens wird Franziskus deswegen sogar komplett auf Reisen verzichten.

2016 soll nach dem Willen des Papstes vor allem ein Heiliges Jahr sein. In den Mittelpunkt der zahlreichen Veranstaltungen hat er ein Kernanliegen seines Pontifikats gestellt: die Barmherzigkeit. Ein Höhepunkt dürfte die Heiligsprechung von Mutter Teresa werden. Ihr genauer Termin steht allerdings noch nicht fest. Angekündigt sind zudem besondere bislang nicht nähere bezeichnete Gesten des Papstes: möglicherweise Besuche im Gefängnis, im Krankenhaus oder in der Armenküche. Außerdem stehen bis zum Ende des Heiligen Jahres am 20. November etliche Sonderaudienzen auf dem päpstlichen Programm: etwa für Kranke, für Behinderte, für Priester, für Diakone und für soziale Engagierte.

Abschlusspapier zur Familiensynode erscheint

Im Vatikan selbst dürfte auch das neue Jahr im Zeichen der Kurienreform stehen, also der Neuorganisation der vatikanischen Behörden. Hier gibt es auch nach drei Jahren noch viele offene Baustellen. So hat die vom Papst im Oktober angekündigte neue zentrale Behörde für Familie, Laien und Lebensschutz noch nicht Gestalt angenommen. Franziskus hatte gesagt, dass er sich eine Frau oder ein Ehepaar an der Spitze von Behörden für diesen Bereich vorstellen könne. Er hatte jedoch zugleich darauf verwiesen, dass dies nicht möglich sei, wenn die Behörde jurisdiktionelle Vollmachten habe. Weitergehen dürften auch die Bemühungen um eine größere Transparenz der vatikanischen Finanzen, die zwar bereits einige Erfolge erzielt haben, aber offenbar noch nicht alle Missstände abstellen konnten.

Nach seiner Umweltenzyklika "Laudato si" im zurückliegenden Jahr und dem Schreiben "Evangelii Gaudium", dem 2013 veröffentlichten Programm seines Pontifikats, erscheint 2016 nun das dritte große Dokument von Papst Franziskus: das Abschlusspapier zur Bischofssynode über Ehe und Familie im Oktober. Darin dürfte sich der Papst auch zu strittigen Fragen wie dem Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen verbindlich äußern. Reformer hoffen, dass Franziskus die Entscheidung im Einzelfall dem Seelsorger überlässt. Diese seelsorgerische Perspektive hatte sich im Grundsatz bei der Bischofssynode durchgesetzt. Was das im konkreten Einzelfall heißt, wurde jedoch offen gelassen.

Bei aller Ungewissheit darüber, was das Jahr mit Franziskus bringen wird, steht nach Ansicht von Kardinal Marx eines fest: "Er macht, was er für richtig hält."

Thomas Jansen
(KNA)

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