Papst Franziskus übergibt Abendmahlskelch
Papst Franziskus übergibt Abendmahlskelch
Kardinal Gerhard Ludwig Müller
Kardinal Gerhard Ludwig Müller

30.12.2015

Kardinal Müller wirbt für Fortschritte in der Ökumene Das Gemeinsame entdecken

Der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Müller, gibt die Hoffnung nicht auf, dass Katholiken und Protestanten irgendwann vereint sein werden. Kürzlich setzte der Papst selbst ein Zeichen der Hoffnung.

Der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, hat Katholiken und Protestanten ermuntert, das Gemeinsame zu entdecken und zusammen Jesus Christus zu bezeugen. "Der Weg auf eine größere Einheit hin ist notwendig", sagte der katholische Theologe der Wochenzeitung "Die Zeit" mit Blick auf Unterschiede in Lehre und Liturgie. Müller ergänzte: "Heute leben wir nicht mehr im Zeitalter des Konfessionalismus, sondern im Zeitalter der Ökumene!"

Hoffnungszeichen des Papstes

Im Abendmahlskelch, den Papst Franziskus der evangelischen Gemeinde in Rom bei seinem Besuch schenkte, sieht der Kurienkardinal "ein Zeichen der Hoffnung, dass der Tag komme, an dem die volle Einheit der sichtbaren Kirche erreicht ist: im Glaubensbekenntnis, in den sakramentalen Heilszeichen und in der bischöflichen Verfassung mit dem Papst an der Spitze". Die Anerkennung des Papstes durch die Protestanten ist Müller zufolge eine Voraussetzung für die "volle Einheit". Nach katholischem Verständnis sei diese nur mit dem Bischof von Rom als Nachfolger Petri möglich.

Mit Blick auf das 500. Reformationsjubiläum mahnte der Glaubenspräfekt, im Gedenkjahr 2017 nicht "die alten konfessionalistischen, kulturpolitischen, nationaldeutschen und antirömischen Lieder" wieder aufzuspielen. "Wir wollen gemeinsam in einer säkularen und pluralistischen Gesellschaft Zeugnis ablegen, dass Jesus Christus der einzige Retter der Welt ist". Wenn Katholiken und Protestanten dies gemeinsam bekennen würden, wäre dies "weltgeschichtlich" ebenso wirksam wie die evangelische Reformation und die katholische Reform im 16. Jahrhundert zusammen, argumentierte der Kardinal.

Bischöfe sind keine Politiker

Zu den Debatten in der vatikanischen Bischofssynode sagte Müller: "Wir sind keine Politiker, die Interessen miteinander ausgleichen." Bischöfe seien verpflichtet, der göttlichen Wahrheit und der Heilssuche der Menschen gerecht zu werden. "Der Glaube ist kein Parteiprogramm, das man dem Wählerwillen anpasst. Die Kirche ist kein Philosophenclub, der sich der Wahrheit annähert." Es gehe auch nicht um religiösen Gesellschaftskitt, der durch vage Transzendenzverweise eine von Menschen ausgedachte Werteordnung legitimiere, "sondern um den Geist Gottes, der die Kirche seit 2.000 Jahren erhält", sagte Müller.

(KNA)

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