09.01.2016

Monsignore Steinhäuser wird zum Bischof geweiht Nach dem Schock kam die Freude auf die Menschen

„Zuerst war es ein Schock“ – das war im Dezember die Reaktion von Rolf Steinhäuser auf die Ernennung zum Weihbischof des Erzbistums Köln. Am Sonntag wird er von Kardinal Woelki im Dom geweiht.

Steinhäuser wird künftig als Weihbischof für den Pastoralbezirk Mitte mit den Städten Köln und Leverkusen sowie dem Rhein-Erft-Kreis zuständig sein. Bei dem Gottesdienst um 15 Uhr im Kölner Dom wird auch der emeritierte Weihbischof Manfred Melzer (71) verabschiedet. Melzers vorzeitigen Rücktritt aus Gesundheitsgründen hatte Papst Franziskus im Juni angenommen.

Steinhäuser war am 11. Dezember vom Papst zum Weihbischof in Köln ernannt worden. Damals zeigte er sich sehr überrascht. Nach dem ersten Schock freue er sich aber auf die vielen Menschen, mit denen er zu tun haben werde und in deren Leben er vielleicht eine Rolle spielen werde, so Steinhäuser im domradio.de-Interview nach seiner Ernennung.

Stationen in Hilden, Bonn und Düsseldorf

Eigentlich habe er "fest damit gerechnet, dass meine derzeitige Aufgabe die letzte Stelle meines Lebens sein wird". Steinhäuser leitete bisher das Edith-Stein-Exerzitienhaus und war Beauftragter des Erzbistums für neue Wege der Evangeliumverkündigung. Das werde auch als Bischof eine wichtige Rolle spielen, sagte Steinhäuser. Der neue Weihbischof, zu dessen Aufgaben die Spendung der Firmung gehört, hat breite Erfahrungen in der Jugendseelsorge. Nach seiner Priesterweihe 1977 und Kaplanstellen in Hilden und Bonn war Steinhäuser von 1984 bis 1989 Bonner Stadtjugendseelsorger. 1990 übernahm er das Amt des Diözesanjugendseelsorgers. 1996 wurde Steinhäuser Pfarrer an Sankt Lambertus in Düsseldorf und stellvertretender Stadtdechant.

Bereits ein Jahr später übernahm er das Amt des Stadtdechanten. Hier baute er das Maxhaus als katholisches Zentrum in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt aus. Nach fast 19 Jahren in Düsseldorf wechselte Steinhäuser im September dieses Jahres wieder nach Köln. Kardinal Woelki hatte ihm im April zum residierenden Domkapitular ernannt. "Wer in Düsseldorf überlebt hat, ist für Köln geeignet", erklärte Steinhäuser.

Der emeritierte Weihbischof Melzer wurde 1944 in Solingen geboren und empfing 1972 die Priesterweihe. Er war Kaplan in Düsseldorf sowie Religionslehrer und Dekanatsjugendseelsorger. 1975 ernannte ihn Kardinal Joseph Höffner zu seinem Geheimsekretär. Nach dem Tod des Erzbischofs wurde Melzer 1988 Pfarrer in Waldbröl. Am 10. September 1995 wurde er zum Bischof geweiht. Bis zu seiner Emeritierung war er für den Pastoralbezirk Mitte des Erzbistums zuständig und zudem Bischofsvikar für die Frauenorden. Melzer gehörte dem Kölner Domkapitel seit 1998 an.

Hoher Besuch im Kölner Dom

Zur Bischofsweihe werden zwölf Bischöfe erwartet. Darüber hinaus haben sich Vertreter der evangelischen, der koptisch-orthodoxen sowie der griechisch-orthodoxen Kirche angekündigt, wie das Erzbistum Köln mitteilte. Auch Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) sowie die Stadtoberhäupter von Düsseldorf, Solingen, Leverkusen, Hürth und Kerpen seien unter den Gästen.

Neben Woelki nehmen nach den Angaben sein Vorgänger, Kardinal Joachim Meisner, der Berliner Erzbischof Heiner Koch, Hildesheims Bischof Norbert Trelle und der frühere Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff teil. Darüber hinaus werden die Weihbischöfe Wilfried Theising (Münster), Ansgar Puff, Dominikus Schwaderlapp (beide Köln), Ludger Schepers (Essen) und Robert Brahm (Trier) sowie die emeritierten Weihbischöfe Klaus Dick (Köln) und Gerhard Pieschl (Limburg) erwartet. Als Vertreter der Apostolischen Nuntiatur in Berlin nimmt Filippo Colnago teil.

Domradio.de überträgt das Pontifikalamt mit Bischofsweihe am Sonntag, 10.01. ab 15.00 Uhr.

(dr)

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