13.01.2016

Frankreich diskutiert über Kippa-Verzicht Mit oder ohne?

In Frankreich ist eine Debatte über das Tragen der jüdischen Kippa in der Öffentlichkeit entbrannt. Viele Politiker kritisierten am Mittwoch die Empfehlung der jüdischen Gemeinde von Marseille, die Kopfbedeckung vorerst nicht mehr auf der Straße zu tragen.

Die Regierung sei für den Schutz von Juden vor antisemitischen Taten verantwortlich, betonte Regierungssprecher Stephane Le Foll laut französischen Medienberichten. Der Angst vor antisemitischen Aggressionen dürfe nicht nachgegeben werde, hieß es ebenfalls aus Regierungskreisen. Französische Juden sollten sich sicher fühlen und die Kippa ohne Angst auf der Straße tragen können, betonte Justizministerin Christiane Taubira.

Die jüdische Gemeinde in Marseille hatte am Dienstag als Reaktion auf eine Messer-Attacke gegen einen jüdischen Lehrer zu einem Kippa-Verzicht aufgerufen. Man rate vorerst davon ab, die Kopfbedeckung in der Öffentlichkeit zu tragen, sagte der Vorsitzende des israelitischen Konsistoriums, Zvi Ammar. Frankreichs Oberrabbiner Haim Korsia widersprach der Empfehlung und rief dazu auf, nicht nachzugeben und auch weiterhin die Kippa zu tragen. Auch der Präsident des Rates der Juden in Frankreich (Crif), Roger Cukierman, kritisierte die Äußerung.

(KNA)

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