Papst Franziskus feiert Palmsonntag auf dem Petersplatz
Franziskus feiert Palmsonntag auf dem Petersplatz...
Tausende Gläubige feiern Palmsonntag auf dem Petersplatz
....gemeinsam mit Tausenden Gläubigen

21.03.2016

Christen feiern weltweit Palmsonntag - Blick auf Flüchtlinge "Wann endlich...?"

Mit traditionellen Palmsonntagsprozessionen haben die Feiern der sogenannten Heiligen Woche begonnen. In Jerusalem zogen dabei deutlich weniger Pilger als in den Vorjahren über den Ölberg zur Anna-Kirche in der Altstadt. 

Insbesondere einheimische Christen aus dem Norden und aus weiten Teilen des Westjordanlandes fehlten in diesem Jahr. An der Prozession, die an den Einzug Jesu nach Jerusalem vor seiner Kreuzigung erinnert, nahm auch der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, teil.

Ein Polizeisprecher sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) auf Anfrage, die Zahl der Prozessionsteilnehmer sei im Vergleich zum Vorjahr etwa um die Hälfte auf rund 15.000 zurückgegangen. Die Zahl der Sicherheitskräfte gab er mit rund 350 bis 400 Polizisten an. Der Pfarrer der katholischen Pfarrei Ramallah, Ibrahim Schomali, machte die angespannte Sicherheitslage für das Fernbleiben der arabischen Christen verantwortlich. Viele Palästinenser hätten nach den wiederholten Gewalttaten Angst vor Besuchen in Jerusalem.

"Eigene Erniedrigung statt Machtgebärden" 

Im Vatikan läutete Papst Franziskus mit der Palmsonntagsmesse auf dem Petersplatz die Karwoche ein. Jesus habe die Menschheit nicht durch triumphale Machtgebärden, sondern durch die eigene Erniedrigung erlöst, sagte der Papst vor Zehntausenden Gläubigen.

Zuvor war Franziskus in einer langen Prozession gemeinsam mit Kardinälen und Bischöfen, die Palmwedel in den Händen trugen, über den Petersplatz gezogen. In seiner Predigt zeichnete der Papst eindringlich den Leidensweg Jesu nach. Nach dem triumphalen Einzug in Jerusalem am Palmsonntag habe sich die Menge nur Tage später von ihm abgewandt. Von seinen Freunden verraten und verleugnet habe er schließlich die Qualen der Kreuzigung auf sich genommen.

"Verantwortung für Flüchtlinge"

Franziskus prangerte auch das Schicksal Zehntausender Flüchtlinge an. "Ich denke an so viele Menschen an den Grenzen, so viele Flüchtlinge", sagte der Papst. Es sei notwendig, Verantwortung zu übernehmen.

Papst Franziskus erwartet in der Karwoche ein dichtes Programm. Höhepunkte sind am Karfreitag der traditionelle Kreuzweg am Kolosseum und schließlich die Ostermesse mit dem Segen "Urbi et orbi" am kommenden Sonntag auf dem Petersplatz.

"Geduld und Mitmenschlichkeit"

In Deutschland schalteten sich zu Beginn der Karwoche mehrere Bischöfe in die Flüchtlingsdebatte ein. Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick rief Politiker zu Geduld, Verlässlichkeit und Zielstrebigkeit auf. So führe es nicht weiter, wenn ständig neue Konzepte vorgelegt, Maßnahmen getroffen und Schlagzeilen produziert würden, sagte Schick am Palmsonntag.

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki verteidigte das Engagement der Kirche für Flüchtlinge - heute sei es genauso unpopulär wie zu Beginn der Krise, sich für die Hilfe von Menschen in Not auszusprechen.

"Appell an Christen"

Nach den Worten des Münchner Kardinals Reinhard Marx sind alle Christen sind in der Karwoche zu besonderer Aufmerksamkeit für menschliche Nöte aufgerufen. Bilder aus Kriegs- und Krisengebieten seien ein Appell an Christen und christlich geprägte Länder: 

"Wann endlich raffen sich die Völker Europas, Russlands und Amerikas auf, alles zu tun, um den Kriegen im Nahen Osten ein Ende zu setzen? Wann endlich schaffen sie zumindest humanitäre Lösungen für die Menschen an den Grenzen und in den Flüchtlingslagern?"

(KNA)

Karwoche

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