Karnevalistinnen vor dem Kölner Dom
Karnevalistinnen vor dem Kölner Dom

17.01.2016

Karnevalsfilm feiert am Sonntag Premiere Jeck im Kino

Karneval gedreht von den Kölner Karnevalisten. Aus Smartphone-Video-Schnipseln entstand der Kinofilm „Alaaf you“. Filmemacher Eric Benz und Baris Aladag wollen die Faszination "Karneval" auf eine neue Art vermitteln.

Bunt verkleidete Menschen an jeder Straßenecke der Stadt. Wildes Treiben in Kneipen auf Straßen und in Clubs. Ganz Köln ist an wenigen Tagen im Jahr völlig außer Rand und Band. Als Kölner ist es nicht immer leicht, das Außenstehenden zu erklären. Was macht eigentlich Karneval aus? Und seid Ihr Kölner denn einfach nur verrückt? Filmemacher Eric Benz und Baris Aladag haben sich genau das vorgenommen und wollen die Faszination Karneval vermitteln.

500 Stunden Material

"Es geht um ein Lebensgefühl, das für jeden etwas anderes bedeutet", erklären sie in ihrem Trailer zum Film, der am 21. Januar in die Kinos kommt. Sie wollten jeden einzelnen Jecken eine Antwort geben lassen. Daher konnten alle Kölner ihre Videos einschicken. "Die Kamera ist wie ein Freund der mitläuft", erklärt Baris Aladag. Es sollte eine andere Art der Dokumentation werden für Nicht-Kölner und Kölner. Dabei sollen Nicht-Kölner dokumentiert bekommen, wie die Kölner ihren Karneval erleben und fühlen. Der Sänger Clueso, der die Filmmusik geschrieben hat, findet es schön, dass man sich beim Karneval in Köln einfach treiben lassen kann. "Ich finde, das merkt man dem Film auch an, dass die Leute einfach vor die Tür gehen und dann kommt die erste Giraffe hakt dich ein und es geht los."

Für die Kölner dagegen gibt es ganz neue Szenen aus einer neuen Perspektive zu sehen. Auch ihre Karnevals-Prominenz Höhner, Cat Ballou und Kasalla haben ihre Videoschnipsel eingereicht und zeigen sich von einer anderen Seite. Wolfgang Niedecken verrät in seinem Video sein Karnevalsgeheimnis. Reggae-Star Patrice musiziert gemeinsam mit den Jecken. Aus 500 Stunden Material wurde ein 90-minütiger Film "Alaaf you".

Bewegende Szenen

Beim Sichten des Materials ist Eric Benz besonders eine Szene in Erinnerung geblieben, in der sich eine Frau kurz nach der Chemotherapie vor eine Kamera stellt und erklärt, dass sie nicht vor der Tür feiern kann, aber allen anderen Kranken Mut machen will zu Hause zu feiern. "Das geht natürlich total unter die Haut. Da ist ein Mensch, der gerade massive Sorgen und Probleme im Leben hat und dem der Karneval für einen kurzen Moment Heil bringt", so Benz.

Die beiden Filmemacher wollten schon länger einen interaktiven Film machen, also einen Film, in dem Bürger selber tätig werden und filmen. Das habe den Effekt, dass sich, so Baris Aladag im domradio.de Interview, die Leute freier gäben, "weil eben der Enkel oder der Freund oder sonst wer die Kamera in der Hand hält. Es ist eben nicht ein Filmteam zu Gast, für das man sich im Zweifel vorbereitet, sich schminkt, die Wohnung aufräumt. Sondern es ist einfach echt", sagt der Filmemacher.

Melanie Trimborn
(dr)

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