Klaus Krämer
Klaus Krämer

26.03.2016

Missio-Präsident hält Dialog mit Islam für unverzichtbar "Wichtiger denn je"

Nach den Terroranschlägen von Brüssel hält der Präsident des katholischen Missionswerks "Missio" in Aachen, Klaus Krämer, den christlich-muslimischen Dialog für "wichtiger denn je".

Auch wenn es angesichts von Hass, Verfolgung und Vorurteilen menschlich schwierig und politisch sogar widersinnig erscheine, an Versöhnung und Verständigung festzuhalten, gebe es aus christlicher Sicht keine Alternative zum Dialog, schreibt Krämer in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" am Samstag". "Es ist die Treue zum Evangelium selbst, die Christen dazu verpflichtet, in jedem Menschen ein geliebtes Kind Gottes zu sehen, das in der Annahme dieser Liebe seine Erlösung erfährt."

Krämer verweist dabei auch auf die Christen, die seit Jahrhunderten in den muslimischen Gesellschaften des Orients lebten und "schlicht und einfach durch ihr Leben die Botschaft Christi bezeugten und bezeugen. Sie wollten nie in geschlossene, homogene Reservate gesperrt und abgesondert von ihren muslimischen Brüdern und Schwestern leben, sondern Kirche im Islam sein".

Anknüpfungspunkte zwischen den beiden Weltreligionen

Notwendig sei der Dialog auch, weil die terroristischen Gewalttäter und islamistischen Fanatiker nur eine Minderheit innerhalb ihrer Glaubensgemeinschaft seien, fügt der Prälat hinzu. Durch Dialog und Zusammenarbeit könnten die Christen "der großen Mehrheit der friedliebenden Muslime unsere Solidarität zeigen im Ringen um die Deutungshoheit über den Islam als Religion". Wenn in diesem Ringen jene siegten, die aus dem Islam eine totalitäre Ideologie zu machen versuchen, "dann ist der viel zitierte Clash of Civilizations tatsächlich unvermeidbar".

Krämer sieht zahlreiche Anknüpfungspunkte zwischen den beiden Weltreligionen. Mehr denn je forderten die Globalisierung und die internationalen Verflechtungen von der Menschheit eine Verständigung über Gerechtigkeit, Solidarität, Entwicklung und Frieden, schreibt er. "Dass unsere Gesellschaften vielfältiger und bunter werden, macht einen intensivierten Dialog über Koexistenz-Regeln unausweichlich."

Auch theologisch sei der Dialog unverzichtbar, betont der Missio-Chef: "In gegenseitiger Achtung und Wertschätzung dürfen Christen und Muslime darüber nachdenken, worin der Wille Gottes für Seine Schöpfung besteht, und wie Religion der Würde des Menschen dienen kann."

(KNA)

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