Audienz für den Großerzbischof von Kiew-Halytsch, Swjatoslav Schewtschuk
Audienz für den Großerzbischof von Kiew-Halytsch, Swjatoslav Schewtschuk
Franziskus und Kyrill I.: Austausch der gemeinsamen Erklärung
Franziskus und Kyrill: Austausch der gemeinsamen Erklärung

06.03.2016

Botschaft an Großerzbischof von Kiew Papst erklärt sich solidarisch mit Katholiken in der Ukraine

Papst Franziskus hat der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine seine Unterstützung angesichts des andauernden Konflikts im Land zugesagt. Er schickte ein entsprechendes Schreiben an den Großerzbischof von Kiew, Schewtschuk.

Er erneuere seine "Solidarität mit den Hirten und Gläubigen" in dem Maße, wie sie sich in "dieser schwierigen von den Qualen des Kriegs gekennzeichneten Zeit" dafür einsetzten, "die Leiden der Bevölkerung zu lindern und Wege des Friedens zu finden", heißt es in der am Sonntag veröffentlichten Botschaft.  

Zugleich würdigt der Papst darin Glaubensstärke und Papsttreue der griechisch-katholischen Kirche während der Unterdrückung in der kommunistischen Ära.

Angespanntes Verhältnis

Anlass des Schreibens ist das Gedenken an die von den Moskauer Machthabern erzwungene Lossagung der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche von Rom vor 70 Jahren. Franziskus hatte Schewtschuk und die Ständige Synode der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine am Samstag zu einer Privataudienz im Vatikan empfangen. Zum Inhalt des Gesprächs machte der Vatikan keine Angaben.

Das Verhältnis zwischen dem Vatikan und der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche war zuletzt nicht spannungsfrei. Die Ukrainer hatten Papst Franziskus vorgeworfen, dass er die Russen zu sehr schone und nicht als Aggressoren verurteile. Sie kritisierten vor allem, dass der Papst den Ukraine-Konflikt als Brudermord bezeichnet hatte. Damit habe sich Franziskus eine Vokabel der russischen Propaganda zu eigen gemacht.

Negativer Einfluss: Ukraine-Konflikt 

Die am Sonntag veröffentlichte Botschaft steht offenbar auch im Zusammenhang mit vatikanischen Bemühungen um eine Aussöhnung zwischen der russisch-ortohodxen Kirche und der griechisch-katholischen Kirche. Deren Verhältnis hatte sich im Zuge des Ukraine-Konflikts erheblich verschlechtert.

Franziskus und der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. hatten beide Kirchen nach ihrem historischen Treffen im Februar in einer gemeinsamen Erklärung aufgefordert, "sich miteinander zu versöhnen und Formen des Zusammenlebens zu finden". Die Kirchen in der Ukraine dürften auf keinen Fall "eine weitere Entwicklung des Konfliktes unterstützen", so die Erklärung.

1946: Lossagung von Rom

Die vatikanische Tageszeitung "Osservatore Romano" hatte vor einigen Tagen einen Gastbeitrag des russisch-orthodoxen Metropoliten Hilarion veröffentlicht. Darin ruft der Leiter des Amtes für die Außenbeziehungen des Moskauer Patriarchats zum Dialog zwischen den beiden Kirchen auf.

Im März 1946 war unter massivem Druck der Regierung in Moskau eine Synode der ukrainisch-katholischen Kirche in Lemberg einberufen worden. Diese Synode, an der kein legitim gewählter Bischof teilnehmen konnte, sagte sich von Rom und vom Papst los und beschloss eine Vereinigung mit der russisch-orthodoxen Kirche. Bis zum Ende der kommunistischen Herrschaft konnte die ukrainische griechisch-katholische Kirche nur noch im Untergrund wirken.

(KNA)

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