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Nicht alle Kinder in christlichen Kitas sind getauft

14.01.2016

In Ostdeutschlands katholischen Kitas 40 Prozent ungetauft Christliche Prägung nimmt ab

Katholische Kindertagesstätten haben auch bei konfessionslosen Ostdeutschen einen guten Ruf. In den 184 Kitas sind 40 Prozent der Kinder ungetauft, wie eine in Berlin veröffentlichte Studie des Bonifatiuswerks ergab.

45 Prozent der Kinder in den Einrichtungen seien katholisch, und 15 Prozent gehörten einer anderen Konfession oder Religion an. Viele Eltern wählten bewusst eine religiös geprägte Einrichtung, heißt es in der Erhebung des katholischen Hilfswerks über die religionspädagogische Arbeit in den Kitas.

Probleme, christliches Personal zu finden

Die Studie ergab zugleich, dass die christliche Prägung dieser Kitas immer schwieriger sicherzustellen ist. Derzeit sind 74 Prozent der Erzieherinnen katholisch, 16 Prozent gehören einer anderen christlichen Konfession an, 10 Prozent sind konfessionslos. Die Kitas berichteten über wachsende Probleme, christlich geprägtes Personal zu finden. Entsprechend wachse der Bedarf an Fortbildungen zu Glaubensthemen. Mehr als drei Viertel der Kitas schätzten ihren Einfluss auf die Entwicklung der benachbarten Kirchengemeinden zugleich als positiv ein. Die zunehmenden Gemeindefusionen erschwerten jedoch die Zusammenarbeit mit den Seelsorgern, deren Aufgabenbereiche wüchsen.

Erzbischof Koch stellt Bedeutung konfessioneller Kitas heraus

Bei einer Fachtagung zur Studie hob der Berliner Erzbischof Heiner Koch die Bedeutung der konfessionellen Kitas hervor. Sie seien "ein unverzichtbarer Teil" des kirchlichen Engagements. Der "Familienbischof" der Deutschen Bischofskonferenz warnte davor, dass sie bei der Bildung größerer Kirchengemeinden zu "isolierten Inseln" würden. Vielmehr müsse die religiöse Fortbildung der Erzieherinnen verstärkt werden. Ideal wäre es, wenn dies innerhalb des jeweiligen Kita-Teams erfolge.

Bonifatiuswerk betont Bedeutung der Weitergabe christlichen Glaubens

Auch der Generalsekretär des Bonifatiuswerks, Georg Austen, betonte, kirchliche Kitas würden für die Weitergabe des christlichen Glaubens immer wichtiger. Allein in Ostdeutschland kämen dort täglich 12.000 Kinder mit der Kirche in Berührung. Dies sei jedoch Kirchenverwaltungen und Seelsorgern noch nicht ausreichend bewusst.

Das Bonifatiuswerk mit Sitz in Paderborn fördert katholische Einrichtungen und Initiativen in Minderheitenlage. Es unterstützt jeden katholischen Kita-Platz in den neuen Bundesländern mit jährlich 49 Euro für religionspädagogische Materialien und Fortbildungen. In allen ostdeutschen Bistümern machen die Katholiken weniger als zehn Prozent der Gesamtbevölkerung aus.

(KNA)

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