Erzbischof Ludwig Schick
Erzbischof Ludwig Schick
Kardinal Lehmann predigt im Mainzer Dom
Kardinal Lehmann predigt im Mainzer Dom
Bischof Gregor Maria Hanke
Bischof Gregor Maria Hanke

17.01.2016

Schick: Evangelium missbilligt Kölner Übergriffe und Pegida Christen in der Verantwortung

Immer mehr Bischöfe in Deutschland zeigen sich beunruhigt über Wendungen in der Flüchtlingsdebatte und rufen zu friedlichem Miteinander und Hilfsbereitschaft auf. Der Bamberger Erzbischof Schick erinnert an die Botschaften aus dem Evangelium.

Der Bamberger katholische Erzbischof Ludwig Schick ruft zu einem friedlicheren Miteinander und zur Hilfsbereitschaft über ethnische Grenzen hinweg auf. "Das Evangelium missbilligt Übergriffe wie in Köln und Hamburg sowie Pegida-Kundgebungen und gewalttätige Demonstrationen von Links und Rechts", sagte er am Sonntag in Forchheim.

Ein großes Problem derzeit sei die Schwäche vieler Christen. Sie müssten ihren Glauben entschieden und überzeugend leben, "dass er von allen anderen als verbindendes Element des Friedens und der Gerechtigkeit" anerkannt werde. Gleichzeitig rief der Erzbischof dazu auf, sich für die verfolgten Christen in aller Welt einzusetzen. Dabei verwies der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz auf Medienberichte, wonach im vergangenen Jahr weltweit so viele Christen wegen ihres Glaubens verfolgt und getötet worden seien wie noch nie. Damit sei 2015 das schlimmste Jahr für die Christenheit in ihrer 2.000-jährigen Geschichte gewesen, so Schick.

Auch der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, hatte kürzlich dazu aufgerufen, sich angesichts von Herausforderungen wie der Flüchtlingskrise neu auf christliche Werte einzulassen. Dabei rief er zur Solidarität und Verständnis für Flüchtlinge auf, die die Not in ihren Heimatländern nicht mehr aushielten und sich auf den Weg nach Europa machten

Bischof Hanke warnte er davor, "zu Getriebenen unserer eigenen Ängste zu werden"

Gerade erst hat sich auch der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke beunruhigt gezeigt von den Wendungen in der aktuellen Flüchtlingsdebatte. Sie nehme bedenkliche Züge an, so Hanke beim Neujahrsempfang seines Diözesanrats in dieser Woche. "Was sich in den letzten Tagen in der Politik als Mainstream herauszukristallisieren begonnen hat, wäre vor vier Monaten noch als rechtsradikal und islamophob gebrandmarkt worden", sagte Hanke beim am Samstag in Eichstätt. Zugleich warnte er davor, "zu Getriebenen unserer eigenen Ängste zu werden".

Menschen in Not müsse geholfen werden, das habe vor fünf Monaten gegolten und gelte auch weiterhin. Hanke bezeichnete Europa als einen "Patienten, der nicht nur physisch, sondern auch an seiner Seele leidet". Daran sei nicht nur die Politik schuld. Christen müssten sich selbstkritisch fragen, ob sich in dieser Schwäche nicht auch die des eigenen Glaubens spiegele.

"Besinnung auf unsere geistlichen Wurzeln"

An der Wiege Europas stünden Kreuzgänge und Klosterstuben, in denen humanistische Bildung vermittelt worden sei. Heute orientiere sich die Gesellschaft nicht mehr an Kathedralen, sondern an Bankentürmen und Börsenhallen. Mit einer solchen "schwachen Identität" könne die Integration aber nicht gelingen. Daher sei eine "Besinnung auf unsere geistlichen Wurzeln" erforderlich.

(KNA)

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