Die Kopten sind in Ägypten eine Minderheit
Koptische Flüchtlinge in NRW

06.01.2016

Koptisch-Orthodoxe Christen für angepasste Unterbringungen Koptische Flüchtlinge zu koptischen Gemeinden

Die koptischen Christen in Nordrhein-Westfalen wünschen sich eine möglichst gemeindenahe Unterbringung koptischer Flüchtlinge.

Erzpriester Boulos Shehata vom Koptisch-Orthodoxen Patriarchat in NRW sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Mittwoch in Düsseldorf, er wünsche sich von der nordrhein-westfälischen Landesregierung, "dass man bei der Verteilung der koptischen Christen darauf achtet, dass sie in der Nähe einer koptischen Gemeinde unterkommen, damit sie ohne Hindernisse zu den Gottesdiensten und Veranstaltungen der Kirche kommen können". Die Koptisch-Orthodoxe St.-Marien Kirche in Düsseldorf setzt nach einem Gottesdienst am Mittwoch auch am Donnerstag ihre Weihnachtsfeierlichkeiten fort.

NRW: gut 1.000 Familien koptisch-orthodoxer Christen

Der Erzpriester dankte der rot-grünen Landesregierung für die gute Versorgung aller Flüchtlinge. In Nordrhein-Westfalen leben derzeit nach den Worten von Shehata gut 1.000 Familien koptisch-orthodoxer Christen. Die Düsseldorfer Gemeinde sei zuständig für gut 500 dieser Familien. "Aber weil wir immer die erste Anlaufstelle für die Flüchtlinge waren und sind, sind wir auch für andere koptische Christen zuständig, die sich an uns wenden." Die koptischen Christen unter den Flüchtlingen, die nach NRW kommen, stammten überwiegend aus Ägypten und Eritrea sowie aus Syrien, dem Irak, aus dem Sudan, einige aus Marokko, wenige aus Saudi Arabien.

Bedauern über Konflikte zwischen Muslimen und Christen

Der Erzpriester bedauerte, dass es in den Flüchtlingsunterkünften in NRW leider schon "seit langem Konflikte und Aggressionen von Muslimen auf Christen" gebe. Die koptischen Christen wünschen sich laut Shehata vor allem "Frieden auf der ganzen Welt und ein Ende der Terror-Organisationen." Auf die Kirchen angesprochen wünschte sich der Erzpriester "einen geistlichen Aufschwung in allen Konfessionen und die Einheit der Kirche."

Kölner Erzbischof Woelki hatte im Dezember Bunkerkirche übergeben

Zum ersten Mal sollte die Christmette am Mittwochabend in einer eigenen großen Kirche, der Bunkerkirche in Düsseldorf-Heerdt stattfinden. Dieses Gotteshaus hatte der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki der Koptisch-Orthodoxen Gemeinde Düsseldorf während einer Zeremonie am 5. Dezember übergeben. Die Gemeinde werde vorerst auch die zu klein gewordene Kirche St. Maria in Düsseldorf behalten, hieß es. Die Gemeinde sammele derzeit Spenden für den Neubau eines Integrationszentrums und eines Bürgertreffs als Anbauten an die Bunkerkirche. Mit dem Weihnachtsgottesdienst am Mittwoch endete für die koptisch-orthodoxen Christen die Weihnachts-Fastenzeit.

(epd)

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