Msgr. Robert Kleine, Stadt- und Domdechant
Msgr. Robert Kleine, Stadt- und Domdechant
Kerzenschein taucht die Kirchen in besonderes Licht
Kerzenschein taucht die Kirchen in besonderes Licht

26.02.2016

Stadtdechant Kleine zur "Langen Nacht der Kirchen" in Köln Stille, Kerzenschein und das Geheimnis Gottes

Zur "Langen Nacht der Kirchen" laden heute die katholische und die evangelische Kirche in der Kölner Innenstadt ein. Eine ideale Gelegenheit, Ruhe und Besinnung zu finden, prophezeit der Kölner Stadtdechant Robert Kleine bei domradio.de.

domradio.de: Über 20 Kirchen - katholische und evangelische - haben heute von 20 Uhr bis um Mitternacht geöffnet und bieten dabei unter dem Motto "NachtRaumStille" ein besonderes Programm. Tagsüber sind die Kirchen ja schon geöffnet, aber heute auch in der Nacht. Was erlebt man zur späten Abendstunde denn anders in der Kirche?

Monsignore Robert Kleine (Kölner Stadt- und Domdechant): Es ist eine andere Atmosphäre. Gerade wenn es dunkel ist und wenn draußen vielleicht auch die Hektik des Alltags abgeklungen ist, wenn nicht mehr so viele Menschen unterwegs sind und der Verkehr ruhiger geworden ist, dann kann man in einigen Kirchen wirklich die Stille vernehmen. Um die geht es ja bei der Nacht der Kirchen. Es geht darum, den Raum zu erleben; nicht abgelenkt, sondern nur durch Kerzen erhellt. Das ist schon eine ganz besondere Atmosphäre. Es gibt ja auch Kirchen, an denen man vielleicht vorbeikommt und die nicht immer geöffnet haben. Jetzt haben auch die Berufstätigen die Zeit, in diese Kirchen einmal hinein zu gehen.

domradio.de: Mystisch soll die Nacht sein, so werben Sie für die Nacht der Kirchen. Können Sie erklären, was genau da passiert und wie man etwas Mystisches erlebt?

Kleine: Der Kirchenraum als solcher wirkt natürlich besonders und durch die Beleuchtung und die hoffentlich eintretende Stille gibt es auch nochmal eine spezielle Atmosphäre. Es geht nicht darum, dass die Kirchen erklärt werden, es gibt keine Führungen und kein Programm, das den Raum wieder bespielt. Man ist auf sich gestellt und kann und soll dort in Stille verweilen. Manchmal ist auch ein besonderes Ausstellungsstück in der Kirche angestrahlt, ein Kreuz oder eine Madonna in ein besonderes Licht getaucht. Es gibt viele Kerzen, ganz so wie in einer Taizè-Nacht, aber nicht unbedingt mit Taizé-Gesängen. In einigen Kirchen ist auch noch eine Gebetszeit oder eine kurze Orgelmusik im Programm, dass die Stille durchbrochen wird. Aber eigentlich geht es um die Stille in der langen Nacht.

domradio.de: 22 Kirchen beteiligen sich an dieser Nacht. In den vier Stunden der Öffnung wird man nicht alle Kirchen besuchen können. Was ist ihr Favorit, in welche Kirche gehen Sie heute Nacht?

Kleine: Die kleinen Kirchen haben natürlich auch etwas besonders Reizvolles: St. Georg am Waidmarkt oder Maria Lyskirchen sind sicherlich Kirchen, die einen besonderen Reiz haben. Es lohnt sich aber auch, nach St. Kolumba zu gehen und dann vielleicht auch nebenan in das Museum, denn das öffnet nicht in der langen Nacht der Museen, sondern ganz bewusst in der heutigen Nacht und lädt ja auch beispielsweise in den Ruinen von Alt-Sankt-Kulumba zum Verweilen ein.

domradio.de: Jetzt haben wir noch eine Kirche unterschlagen. Sie sind nicht nur der Stadtdechant von Köln, sondern auch der Domdechant. Der Kölner Dom ist natürlich auch bei den offenen Kirchen heute Abend dabei. Was wird da passieren?

Kleine: Auch der Kölner Dom hat geöffnet. Es ist aber nicht der gesamte Dom geöffnet, sondern der Chorumgang. Das bedeutet, man kommt vom Hauptbahnhof vom Norden in den Dom und kann dann dasselbe wie in den anderen Kirchen erleben, den Dom einmal in Ruhe und ohne Touristen wahrnehmen. Man kann den Kapellenkranz und den gotischen Hochchor einmal ganz anders erleben und vielleicht das Geheimnis Gottes im Dom und in den anderen Kirchen erspüren.

Das Interview führte Daniel Hauser.

(dr)

Erzbistum Köln

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