Hamburgs Erzbischof Stefan Heße
Hamburgs Erzbischof Stefan Heße

02.03.2016

Erzbistum Hamburg kündigt Sparkurs an Fehlendes Geld "größte Baustelle"

Zur Abwendung eines strukturellen Haushaltdefizits sieht sich das Erzbistum Hamburg zu Sparmaßnahmen gezwungen. Das fehlende Geld sei derzeit "größte Baustelle" im Bistum, zitiert die Hamburger "Neue Kirchenzeitung" Erzbischof Stefan Heße.

Laut Finanzdirektor Michael Focke muss in den kommenden drei Jahren eine Deckungslücke von jeweils rund 10 Millionen Euro geschlossen werden. "Wir müssen nicht in Panik verfallen", sagte Focke. "Noch haben wir Spielräume", ergänzte Generalvikar Ansgar Thim. Auf Dauer werde das Bistum aber nicht alle Kirchenstandorte halten können. Welche Kirchen aufgegeben werden müssen, stehe noch nicht fest. Die Entscheidungen müssten das Bistum und die Pastoralen Räume gemeinsam treffen.

Neben den "normalen" Kostensteigerungen im Personalbereich muss das Erzbistum nach den Angaben vor allem Zusatzausgaben für Lehrerpensionen und Gebäudeinstandhaltungen vorsehen. Zudem verschlechtere sich die Einnahmeseite, da in drei Jahren die Strukturhilfe der deutschen Bistümer für die Ost-Diözesen auslaufe und dann pro Jahr drei Millionen Euro für Hamburg wegfielen. Den zusätzlichen Finanzbedarf in den kommenden drei Jahren bezifferte Focke auf 84 Millionen Euro. Dem stünden aber nur freie Mittel von 55 Millionen Euro gegenüber.

Handlungsspielraum wird kleiner

Laut Finanzchef verfügt das Erzbistum derzeit pro Jahr über 106 Millionen Euro. Davon seien 90 Millionen an Regelausgaben wie Löhne gebunden. Rund 16 Millionen Euro blieben pro Jahr als Handlungsspielraum, der aber immer kleiner werde. So würden die Personalkosten in den kommenden drei Jahren um 2,5 Millionen Euro und die Zuweisungen an die Kirchengemeinden um 2 Millionen Euro steigen.

Bei der Lehrerversorgung stehe die Erzdiözese mit 45 Millionen Euro in der Pflicht. Zudem sei ein Loch von 10 Millionen Euro für Kredite der Caritas zu schließen. 11,3 Millionen Euro müssten jährlich für Sanierungen von Gemeindebauten und 1,1 Millionen Euro für Kita-Renovierungen eingeplant werden.

Nach den Worten von Thim profitiert die Kirche seit zehn Jahren von der guten Konjunktur und dem daraus folgenden Plus an Kirchensteuereinnahmen. Dies habe aber dazu geführt, dass das Erzbistum den 2004 angestoßenen Konsolidierungsprozess nicht stringent weitergeführt habe. Im Gegenteil seien neue Personalstellen geschaffen, Schulen gebaut und wirtschaftlich nicht gut laufende Projekte mit viel Geld subventioniert worden.

 

(KNA)

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