Bischof Feige
Bischof Feige
Zeit für Mitmenschlichkeit
Zeit für Mitmenschlichkeit

23.01.2016

Feige hofft auf Gesellschaft der Mitmenschlichkeit Ängstlich oder weltoffen

Im Umgang mit den Flüchtlingen werde sich zeigen, wes Geistes Kind die Gesellschaft wirklich sei, so der Magdeburger Bischof Feige beim Neujahrsempfang des Bistums.

Der katholische Magdeburger Bischof Gerhard Feige hat vor Abschreckungsmethoden, Pauschalurteilen und Diffamierungen in der Flüchtlingsdebatte gewarnt. "Wir sollten uns davor hüten, zu Getriebenen unserer eigenen Ängste zu werden, die Schotten dicht zu machen und neue Mauern aufzubauen", sagte Feige beim Neujahrsempfang des Bistums für haupt- und ehrenamtliche Flüchtlingshelfer am Samstag in Magdeburg. Auch "Obergrenzen" seien keine menschenwürdige Lösung.

"Geistes Kind unserer Gesellschaft"

Feige betonte: "Im Umgang mit den Flüchtlingen wird sich zeigen, wes Geistes Kind unsere Gesellschaft wirklich ist, ob sie satt und zufrieden nur um sich selbst kreist, sich ängstlich abschottet und fremde Not verdrängt, oder ob sie weltoffen und fantasievoll mit dazu beiträgt, die anstehenden Herausforderungen konstruktiv und menschenfreundlich zu bewältigen." Er hoffe, dass sich die Gesellschaft auch in der gegenwärtig schwierigen Situation "als menschenfreundlich bewährt und nicht rechts- wie linksradikale Kräfte oder 'zündelnde Biedermänner' an Einfluss gewinnen".

Stärkere politische Bemühungen

Zugleich forderte der Bischof noch stärkere politische Bemühungen, für eine solidarische Zivilgesellschaft und eine neue Kultur der Mitmenschlichkeit. "Wesentlich wird aber nun sein, dass auch die Integration gelingt, dass sich sowohl die Zuwanderer als auch die Einheimischen füreinander öffnen und miteinander arrangieren", so Feige. Dazu seien Bildungs- und Berufsperspektiven notwendig, ebenso wie Interesse und Wertschätzung im ganz alltäglichen Umgang.

Dank an die Helfer

Feige dankte allen haupt- und ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer: "Ich bin beeindruckt davon, dass Sie sich nicht einschüchtern oder beirren lassen, auch wenn Sie manchmal beschimpft werden oder sogar tätlichen Übergriffen ausgesetzt sind." Gerade in Ostdeutschland würden nicht nur die Flüchtlinge selbst, sondern auch deren Helfer "in einem erschreckenden Ausmaß attackiert". Der Bischof betonte, er sei stolz auf den selbstlosen Einsatz, den Mut und die Beharrlichkeit so vieler Christen in seinem Bistum bei der Flüchtlingshilfe.

(KNA)

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